IGL Bayerwald

Labyrinthfische – Anabontoidei

Diese Seite mit Fotos zu Labyrinthfischen wird ab November 2020 neu eingerichtet. In Zukunft sollen auch Texte nachgereicht werden. Wir bitten um Ihre Geduld und viel Freude beim Betrachten der ersten Einträge.

Aquarium mit Ceylonmakropoden besetzt, Belontia signata signata.
Anabas testudineus, Kletterfisch
Anabas testudineus, Abbildung: M. E. Bloch
Anabas testudineus, Abbildung: P. Bleeker 1878
Anabas testudineus als „Anabas oligolepis„, Foto: Dr. W. Foersch, in Memoriam
Anabas testudineus als „Anabas oligolepis„, Abbildung: P. Bleeker 1878
Belontia hasselti, Wabenschwanzgurami
Belontia hasseltii als Polyacanthus Hasseltii, Abbildung: P. Bleeker 1878
Belontia signata, Ceylonmakropode
Belontia signata, Tafel n. Regan, 1910
Belontia signata jonklasii, Foto: Gerhard Ott, in Memoriam
Betta akarensis, Eierspucken, Weibchen vorn
Betta akarensis, Tafel n. Regan, 1910
Betta anabatoides
Betta anabatoides, Tafel n. Regan, 1910
Betta albimarginata
Betta apollon
Betta balunga
Betta bellica
Betta breviobesus
Betta brownorum, siehe auch weiter oben: Seite 2.
Betta cf. brownorum „Teil-Maulbrüter“
Betta cf. brownorum „Teil-Maulbrüter“
Betta channoides
Betta chini (ist sehr wahrscheinlich ein Syn. von Betta climacura)
Betta chloropharynx, gähnend
Betta coccina
Betta dimidiata
Betta edithae
Betta enisae, ursprünglicher Typ
Betta enisae, aktueller Typ,
beachte die Unterschide in den Schwanzflossen, dieser Typ ist ähnlicher zu Betta taeniata.
Betta falx, juv.
Betta falx, Paar
Betta fasciata, Syn. von Betta bellica, Tafel n. Regan, 1910
Betta ferox, Paar, Foto: Jens Kühne
Betta foerschi
Betta fusca
Betta fusca, Tafel n. Regan, 1910
Betta hendra
Betta hipposideros
Betta ibanorum
Betta cf. ideii, Paar
Betta imbellis
Betta kuehnei
Betta lehi
Betta livida, balzendes Paar
Betta macrophthalma, lt. Kottelat et al. ein Syn. von Betta pugnax, m. E. jedoch ein Syn. von Betta waseri, Tafel n. Regan, 1910
Betta macrostoma, balzendes Paar
Betta macrostoma, Tafel n. Regan, 1910
Betta macrostoma, balzendes Paar
Betta mahachaiensis, Foto: Jens Kühne
Betta mandor
Betta cf, ocellata, ist sehr wahrscheinlich ein Synonym von Betta unimaculata.
Betta pallida, maulbrütendes Männchen
Betta pallifina
Betta patoti
Betta persephone
Betta pi
Betta picta, Paar
Betta prima, Paar, Eierspucken
Betta pugnax, Paar
Betta cf. pugnax als Betta picta, aus P. Bleeker 1878
Betta pulchra
Betta raja, Paar, 2 Eier am Boden
Betta rubra
Betta rubra, Tafel n. Regan, 1910 (non Perugia)
Betta rutilans
Betta siamorientalis, Foto: Jens Kühne
Betta simorum, es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Synonym von Betta bellica.
Betta simplex, maulbrütendes Männchen
Betta smaragdina
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Betta smaragdina, Chayaboom, Foto: Jens Kühne

Betta smaragdina ist fuer mich die interessanteste Artengruppe innerhalb der „Siamesischen Kampffische“. Schon vor Jahren war mir diese Form vom Regierungsbezirk Chayaboom, weit westlich liegender Regierungsbezirk der Korat Hochflaeche, aufgefallen! Die Fische erscheinen vor allem sehr roetlichbraun, weil die Glanzschuppen stark reduziert sind. Das ist aehnlich dem Effekt bei bekannten Betta splendens / siamorientalis. Es gibt noch das Foto eines einzelnen Tiers ist ein Vater von Jungfischen zu sehen, den ich dieses Jahr (2020) im Januar nahe der Stadt Chayaboom fangen konnte. Das Foto mit 2 Tiere zeigt Junge dieses Elterntiers. Sie sind jung und vieleicht bekommen sie mit dem Alter mehr Glanzschuppen als die Vatertiere. Oder es gibt auch bei Betta smaragdina Veraenderungen in den Folgegenerationen. Es ist mir aber bisher bei anderen Populationen bzw. Arten bei Betta smaragdina weniger aufgefallen – es gibt sie aber.“
Jens Kühne, Nakhon Si Thammarat

Betta spilotogena
Betta splendens, mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei „Betta splendens“ lediglich um ausgewilderte Exemplare der Hybridenzuchten für Kampffische, Pla Kat, in Thailand!
Betta stigmosa
Betta stiktos, Foto; Jens Kühne
Betta strohi
Betta taeniata
Betta taeniata, Tafel n. Regan, 1910
Betta tussyae
Betta uberis
Betta unimaculata
Betta waseri, Paar, Weibchen vorn, Intentionsbewegung Eierspucken
Ctenopoma acutirostre, Leopardbuschfisch
Ctenopoma kingsleyae, Kingsley-Buschfisch
Ctenopoma kingsleyae, Kingsley-Buschfisch
Ctenopoma maculatum
Ctenopoma muriei, Schwanzfleckbuschfisch
Ctenopoma nigropannosum
Ctenopoma pellegrinii
Ctenopoma pellegrinii, Avvildung G. A. Boulenger
Ctenopoma ocellata
Ctenopoma weeksii, Pfauenaugenbuschfisch
Ctenopoma weeksii (Syn. Anabas oxyrhynchus) Abbildung: G. A. Boulenger
Ctenops nobilis, Spitzkopfgurami
Ctenops nobilis, Spitzkopfgurami
Helostoma temminckii, Küssender Gurami
Helostoma temminckii, Küssender Gurami
Helostoma temminckii, Küssender Gurami, Rosa Farbform
Helostoma temminckii, Küssender Gurami, Abbildung: P. Bleeker, 1879
Helostoma temminckii, Küssender Gurami, Abbildung: van Raalten
Ludiocephalus aura, Goldfleck-Hechtkopffisch
Luciocephalus pulcher, Schöner Hechtkopffisch
Luciocephalus pulcher, Schöner Hechtkopffisch, Abildung: P. Bleeker, 1879
Aquarium der IGL auf einer Ausstellung, besetzt mit Paradiesfischen, Macropodus opercularis.
Macropodus hongkongensis, Hongkong-Makropode
Macropodus ocellatus, Rundschwanzmakropode
Macropodus ocellatus, Rundschwanzmakropode
Macropodus ocellatus, Abbildung: Bloch & Schneider
Macropodus opercularis, Paradiesfisch
Macropodus opercularis, Paradiesfisch, Paarung, Foto: in memoriam Heinz Bela
Macropodus opercularis, Paradiesfisch, Albino
Macropodus spechti, Schwarzer Makropode, Syn. M. concolor
Macropodus spechti, Rotrückenmakropode, Syn. M. erythropterus
Macropodus spechti, Rotrückenmakropode, Syn. M. erythropterus
Malpulutta kretseri, Waldbachblüte,
weitere Informationen siehe oben.

„Waldbachblüten“, Malpulutta kretseri
(Anbantoidei, Belontiidae) von Sri Lanka
Kurzfassung der Fortpflanzungsverhaltens

Waldbachblüten oder De Kretsers Spitzschwanzmakropoden, sind auf Sri Lanka endemisch.
Das fortpflanzungsmotivierte Männchen errichtet ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, im Zentrum seines Reviers. Das laichbereite Weibchen sucht ein Revier eines Männchens gezielt auf. Anfangs wird das Weibchen noch von den mehr aggressiv als fortpflanzungsmotivierten Männchen vertrieben. In diesem Stadium zeigt das Weibchen ein bisher unbekanntes Beschwichtigungsverhalten. Es stupst dem Männchen mit geöffnetem Maul in den Kiemendeckel- und Kehlbereich. Dieses Verhalten wird in der Aquaristik auch als „Küssen“ gedeutet.
Das weitere Verhalten entspricht weitgehend dem anderer brutpflegender nestbauender Kletterfische: Das Männchen balzt mit Flossenspreizen, Flossenwedeln und Führungsschwimmen. Das Weibchen beschwichtigt neben dem Kiemendeckelstupsen mit Flossenklemmen und schräger Körperhaltung. Während der Balz umschwimmen sich die Partner unter dem Nest. Zur Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen in der Bauchregion. Zunächst kommt es aber nur zu Scheinpaarungen mit unvollständigen Umschlingungen und ohne Abgabe von Geschlechtsprodukten. Bei der echten Paarung wird das Weibchen von seinem Partner auf die Seite gedreht. Das Weibchen verharrt länger in der Laichstarre. Die Eier werden zunächst nur vom Männchen, später von beiden Partnern ins Maul eingesammelt, mit Schaumblasen ummantelt und ins Nest gespuckt. Nach dem Ablaichen wird das Weibchen vom Männchen vertrieben. Das Männchen übernimmt die Brutpflege allein. Die Larven schlüpfen bei 24 °C Wassertemperatur nach zwei Tagen, erst weitere drei Tage später schwimmen sie frei und beginnen mit der Nahrungssuche. Jetzt erlischt die Brutpflegemotivation des Vaters und er unterscheidet die Jungen nicht mehr von anderer Beute.
Durch die Ausweitung der Teeplantagen und vor allem die ständig zunehmende Ausbringung verschiedenster Pestizide sind auch die innerhalb von Naturschutzgebieten lebenden Malpulutta-Population stark von der Ausrottung bedroht.

Malpulutta-kretseri, Waldbachblüten-Paar, Küssen

Literatur
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Jürgen Schmidt

Malpulutta kretseri, Waldbachblüte, Deraniyagala, 1937
Microctenopoma ansorgii, Orangebuschfisch
Microctenopoma ansorgii, Orangebuschfisch, Abbildung: G. A. Boulenger
Microctenopoma damasii, Perlmuttbuschfisch
Microctenopoma fascuiolatum, Gestreifter Buschfisch
Microctenopoma nanum, Zwergbuschfisch
Osohronemus goramy, Riesengurami, juv.
Osohronemus goramy, Riesengurami, ad.
Osohronemus goramy, Riesengurami, ad.
Osohronemus goramy als Syn. Osohromenus olfax, Riesengurami, juvenil,
Abbildung: P. Bleeker, 1879
Osohronemus goramy als Syn. Osohromenus olfax, Riesengurami, adult,
Abbildung: P. Bleeker, 1879
Osohronemus goramy, Riesengurami, Goldform
Osohronemus goramy, Riesengurami, Weiße Form
Parasphaerichthys lineatus
Parashaerichthys ocellatus
Parashaerichthys ocellatus, Foto: in memoriam Dr. Walter Foersch
Parosphromenus cf. alfredi, Alfred-Prchtgurami
Parorsphromenus allani, Allan Browns Prchtgurami
Parosphromenus deissneri, Deissner-Prchtgurami, Abbildung: P. Bleeker 1879
Parosphomenus filamentosus, Faden-Prchtgurami
Parosphromenus harveyi, Harvey-Prchtgurami
Parosphromenus linkei, Linke-Prachtgurami
Parosphromenus nagyi, Nagy-Prachtgurami mit farbigen Flossenrändern
Parosphromenus nagyi, Nagy-Prachtgurami mit transparenten Flossenrändern,
hier ein Männchen von der Terra Typica.
Parosphromenus ornaticauda, Rotflossen-Prchtgurami
Parosphromenus paludicola, Moor-Prachtguram
Parosphromenus paludicola, Moor-Prachtgurami, Abbildung: Tweedie
Parosphromenus quindecium, der vierzehnte Prachtgurami
Parosphromenus rubrimontis, Rotberg-Prachtgurami
Parosphromenus cf. tweediei, Tweedie-Prachtgurami
Pseudosphromenus cupanus, Schwarzer Spitzschwanzmakropode, Abbildung: Schreitmüller
Pseudosphromenus dayi, Roter Spitzschwanzmakropode, Foto: in memoriam Manfred Quambusch
Sandelia bainsii, Bains-Kapbuschfisch
Sandelia capensis, Kapbuschfisch
Trichogaster bejeus
Trichogaster chuna, Honiggurami, Männchen, Syn. Colisa chuna
Trichogaster chuna, Honiggurami, Weibchen, Syn. Colisa chuna
Trichogaster chuna, Abbildung: Regan 1910
Trichogaster chuna, Zitronen-Honiggurami
Trichogaster chuna, Gold-Honiggurami
Trichogaster fasciatus, Gestreifter Fadenfisch
Trichogaster fasciatus, Gestreifter Fadenfisch, Abbildung: M. E. Bloch
Trichogaster cf. labiosa, Dicklippiger Fadenfisch
Aquarium, besetzt mit Trichogaster labiosa, Dicklippiger Fadenfisch, Goldform.
Trichogaster labiosa, Dicklippiger Fadenfisch, Goldform
Trichogaster lalius, Zwergfadenfisch, junges Männchen
Trichogaster lalius, Zwergfadenfisch,
Männchen mit schönen, regelmäßigen Streifen.
Trichogaster lalius, Zwergfadenfisch, Weibchen
Trichogaster lalius, Zwergfadenfisch, Blaue oder Neonform
Trichogaster lalius, Zwergfadenfisch, Regenbogenform
Trichogaster lalius, Zwergfadenfisch, Rote Form
Trichopodus leerii, Mosaikfadenfisch, Männchen
Trichopodus leerii, Mosaikfadenfisch, Weibchen
Trichopodus leerii, Mosaikfadenfisch
Trichopodus leerii, Mosaikfadenfisch, Weibchen, Abbildung: Regan 1910
Trichopodus microlepis, Mondscheingurami
Trichogaster pectoralis, Schaufelfadenfisch
Trichogaster pectoralis, Schaufelfadenfisch, Abbildung: Regan 1910
Trichopodus cf. poptae, Popta-Fadenfisch, Foto: Zwe Tenninger
Trichopodus trichopterus, Gepunkteter Fadenfisch
Trichopodus trichopterus, Gepunkteter Fadenfisch, Abbildung: P. Bleeker 1879,
Synonym: Trichogaster trichogpterus,
einen ausführlichen Artikel finden Sie weiter oben, auf Seite 2 in dieser Spalte:
Der Herr des Reisfelds – Trichopodus trichopterus
Trichopodus trichopterus, Gepunkteter Fadenfisch
Trichopodus trichopterus, Gepunkteter Fadenfisch, balzendes Männchen
Trichopodus trichopterus, sumatranus Sumatrafadenfisch, „Blau“
Trichopodus trichopteruns trichopterus, Gepunkteter Fadenfisch, „Braun“
Trichopodus trichopterus, Coxby- oder Marmor-Fadenfisch
Trichopodus trichopterus, Goldfadenfisch
Trichopodus trichopterus, Silberfadenfisch
Trichopsis pumila, Knurrender Zwerggurami
Trichopsis schalleri, Schallers Knurrender Gurami
Trichopsis vitttata, Knurrender Gurami, als Syn. Ctenops-striatus, Abbildung: P. Bleeker 1879

Trichopsis vittata – der Knurrende Gurami

Auch diese Art wurde von Curvier & Valenciennes 1831 beschrieben. Den Namen erhielt die Gattung von Bleeker (1859), weil sie den Trichopodus-Arten ähnelt. Der Artname bezieht sich auf die Längsstreifen. Diese Art ist weit verbreitet, sie wurde in Vietnam, Thailand, Malaysia und Indonesien nachgewiesen. Die Lebensräume sind völlig unterschiedliche Gewässer, da die Art anpassungsfähig und robust ist. Es wurden sogar schon Knurrende Guramis in den völlig verschmutzten Klongs von Bangkok gefunden; diese Fische sind aber stark mit Parasiten infiziert. In natürlichen Lebensräumen bevorzugen die Fische verkrautete Gewässer, wo sie sich gern unter den Schwimmblättern der Wasserpflanzen aufhalten.
Zur Pflege und Zucht für zwei Paare genügt bereits ein 30 l-Aquarium. Im Sommer kommt ein solches Aquarium ohne zusätzliche Heizung aus. Die Wassertemperatur schwankt dementsprechend zwischen 22 und 27 °C. Günstig ist, wenn die Oberfläche mit Schwimmfarnen, zum Beispiel Ceratopteris thalictroides oder Salvinia auriculata, zugewachsen ist. Auch das Teichlebermoos, Riccia fluitans, ist zum Oberflächenbewuchs gut geeignet. Die Bewuchshöhe an der Oberfläche kann durchaus fünf Zentimeter Stärke überschreiten, trotzdem wachsen darunter Javamoos, und robuste Wasserkelche, wie Cryptocoryne beckettii, sehr gut. Ein eigener Bodengrund ist nicht erforderlich, wenn sich die Sumpfpflanzen in eigenen Töpfen befinden, doch ist es gut, wenn die Bodenscheibe mit etwas Fasertorf oder vor der Verwendung trocken gesammeltem Rotbuchenlaub abgedeckt ist. Zusätzliche Versteckmöglichkeiten sind vor allem für die Weibchen, manchmal aber auch für das schwächere Männchen wichtig. Weiches Aquarienwasser, das nur leicht gefiltert werden muß, ist wichtig. Dafür sind häufige Teilwasserwechsel für die Knurrenden Guramis und die Wasserpflanzen günstig. Bald beziehen alle Fische eigene feste Verstecke. Diese Minireviere werden auch von den Weibchen verteidigt, wenn das dominante Männchen kurzzeitig eindringt, flüchten sie aber. Zeitweise sind die Knurrenden Guramis recht aggressiv, sowohl untereinander als auch gegenüber eventuell vergesellschafteten Fischen. Kleine Fische werden sogar als Beute angesehen und selbst Fische, die nicht ins Maul passen, werden manchmal zerbissen, also Vorsicht bei der Vergesellschaftung! Zwar überwiegt das Imponierverhalten mit Flossenspreizen und heftigem Knurren, aber auch in Beschädigungskämpfen zerreißen sich die Fische gegenseitig die Flossenpracht. Am Körper treten aber nur selten Verletzungen auf und wenn einmal eine Schuppe fehlt, dann wird sie bei den recht widerstandsfähigen Fischen schnell regeneriert. Beim Imponieren und bei den Kämpfen äußern die Knurrenden Guramis laute Geräusche, die aber besser als Knarren bezeichnet werden können. Diese Laute sind auch bei der Balz der Fische von beiden Geschlechtern zu vernehmen. Das Knarren dient zur Balz, zur Revierabgrenzung und zur Verteidigung von Beute.
Etwa im Vier- bis Achtwochenrhythmus finden sich im Aquarium kleine bis winzige Schaumnester, meist unter Wasserpflanzenblättern mit Eiern.

Trichopsis vittata, Knurrender Gurami

Zur Balz zeigt das Männchen seiner Partnerin mit umschwimmen unter Flossenspreizen und kräftigem Knarren sein Interesse. Unter Stupsen ans Maul, an die Kehle und die Flanke wird das anfangs aggressive Männchen vom Weibchen besänftigt und bald kommt es zu ersten Scheinpaarungen. Das Ablaichen mit Umschlingungen erfolgt meist nachmittags. Während der kurzen Paarung gibt das Weibchen die Eier in kleinen Eipaketen zu jeweils fünf bis 20 Eiern ab. Insgesamt können nur 50 aber auch weit über 200 Eier von einem Weibchen abgelaicht werden. Das Männchen befruchtet die vom Weibchen ausgestoßenen Eier noch während der Umschlingung. Das Männchen schnappt das Eipaket ins Maul, ummantelt es mit Maulsekret und Schaumblasen und deponiert sie im Schaumnest. Nach dem Ablaichen übernimmt das Männchen die Brutpflege allein. Das Weibchen kann aber die Revierverteidigung im weiteren Umfeld übernehmen und manchmal ersetzt es ein Männchen, das aus irgendwelchen Gründen bei der Brutpflege ausfällt. Oft fressen die Weibchen aber auch ihren eigenen Laich oder die Brut. Das Männchen betreut die 50 bis 200 schlüpfenden Larven etwa vier Tage lang, bis sie freischwimmen. Jetzt können die Eltern entfernt oder die Jungfische mit einem Schlauch abgesaugt werden. Letzteres ist meist sinnvoller, damit die Eltern im Haltungsaquarium bleiben können und die Jungen direkt im Aufzuchtbehälter landen. Nach dem Freischwimmen werden die Jungen ohnehin am besten gesondert aufgezogen. Im Aquarium verbleibende Larven haben dank der dichten Schwimmpflanzendecke ebenfalls gute öberlebenschancen, zumal auch den erwachsenen Fischen am Besten manchmal lebende frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien gereicht werden sollten. In den ersten zehn Tagen müssen die Jungen außerdem ein spezielles Jungfischfutter erhalten. Das können Räder- und Pantoffeltierchen sein, aber auch ProtogenGranulat, Liquifry oder PreisMikroplan sind geeignete Futtersorten, die allerdings niemals überdosiert werden dürfen, weil sonst das Wasser zu schnell verdirbt. Nach wenigen Tagen werden von den Jungen aber schon winzige Wasserflöhe und Cyclops-Nauplien bewältigt.
Hin und wieder kommt es zu größeren Pausen von zwei bis drei Monaten oder sogar mehr bis zum nächsten Ablaichen, vor allem wenn es im Winter kühler ist und sparsamer gefüttert wird. Diese Zeit läßt sich durch kurzzeitiges Absenken der Temperatur auf 20 °C, Senkung des Wasserspiegels und folgender langsamer Erhöhung der Wassertemperatur aus 28 bis 30 °C verkürzen, danach laichen die Fische prompt.
Im Alter von etwa acht bis neun Monaten sind die jungen Knurrer geschlechtsreif. Die Knurrende Guramis können sieben Jahre alt werden, eventuell werden Einzelexemplare sogar noch wesentlich älter. Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden, die Männchen haben großflächigere sowie länger ausgezipfelte Flossen und bei den Weibchen ist der helle Laichansatz durch die dünnen Flankenbeschuppung erkennbar.
Jürgen Schmidt

Trichopsis sp. vom „Kaeng Krachan Dam“

Schlangenkopffische – Channiformes

Diese Seite mit Fotos zu Schlangenkopffischen wird ab Dezember 2020 neu eingerichtet. In Zukunft sollen auch Texte nachgereicht werden. Wir bitten um Ihre Geduld und viel Freude beim Betrachten der ersten Einträge.

Aenigmachanna gollum ist als Höhlenbewohner unauffällig gefärbt und wenig gezeichnet.
Originalfoto: Ralf Britz et al. 2019

Aenigmachanna – höhlenbewohnende Schlangenkopffische aus Indien

Die neuen, aus Kerala gemeldeten, troglobitischen Fischarten wurden größtenteils aus Brunnen im Gürtel mit Lateritböden am Fuße der Western Ghats gesammelt. Die Grundwasserressourcen dieser Region stehen aufgrund der massiven Umstellung der natürlichen Feuchtgebiete auf Landwirtschaft und Urbanisierung unter erheblichem ökologischem Druck.
Britz et al schreiben bereits Aenigmachanna gollum und somit zugleich eine neue Gattung und Art aus Kerala in Südindien; „Es ist die erste unterirdisch lebende Art der Familie Channidae. Die neue Gattung hat zahlreiche abgeleitete und einzigartige Eigenschaften, die sie eindeutig sowohl von der asiatischen Channa Scopoli als auch von der afrikanischen Parachanna Teugels & Daget trennen. A. gollum hat unter den Schlangenkopffischen einen sehr schlanken, aalähnlichen Körper.“

Aenigmachanna gollum Britz, Vanoop, Dahanukar & Raghavan, 2019 – eine neue Gattung und Art unterirdisch lebender Schlangenkopffische (Teleostei: Channidae) aus Kerala und Aenigmachanna mahabali Kumar, Basheer & Ravi, 2019 – eine neue, höhlenbewohnende Schlangenkopffischart aus Kerala in Südindien

Kommentar von Jürgen Schmidt, Ruhmannsfelden

Veränderungen im Körperbau, die normalerweise mit einem unterirdischen Leben verbunden sind, wie eine Verkleinerung oder das Verschwinden der Augen und eine Verbesserung der nicht visuellen Sinne (Geschmack, Geruch, mechanosensorische Systeme/Seitenlinienorgan), fehlen bei A. gollum und A. mahabali. Sie teilen jedoch mit unterirdischen Fischen eine leichte Verringerung seiner Köderfärbung im Vergleich zu oberirdisch lebenden Schlangenkopffischen.
Unterirdisch lebende Fische, die den größten Teil ihres Lebens in Höhlen oder unterirdischen Hohlräumen verbringen, wurden bereits auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis gefunden, gehäuft in tropischen und subtropischen Regionen. Die Entdeckungsrate neuer, unterirdisch lebender Fischarten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, von 102 bekannten Species im Jahr 2000 auf heute gut 250. Kerala, im Südwesten Indiens, scheint dabei ein Schwerpunkt der unterirdischen Fischvielfalt zu sein.
Schlangenkopffische der Familie Channidae sind luftatmende Knochenfische, die durch einen länglichen Körper, langgestreckte Rücken- und Afterflossen ohne Stacheln, große Mäuler mit gut entwickelten Zähnen und ein gut entwickeltes Epibranchial-, Hyomandibular- und gefaltete Gewebe über dem Parasphenoid gekennzeichnet sind. Es dient der Unterstützung der Riemenatmung in Form eines zusätzlichen, luftatmenden Organs, den Labyrinth. Die Familie umfasst drei rezente Gattungen: Parachanna in Afrika, Channa im Nahen Osten und in Asien sowie die kürzlich beschriebene Aenigmachanna, die nur aus der Tiefebene westlich der Western Ghats in Kerala bekannt ist.
Anhand eines Fischs, der im April 2018 aus einem Brunnen im Distrikt Pathanamthitta in Kerala gefamgen wurde, wurde bei der folgenden Untersuchung festgestellt, dass es sich um eine Schlangenkopffischart handelt, die eine troglomorphe Merkmale aufweist (Körpermerkmale, die auf eine unterirdische Lebensweise hindeuten). Die von den Autoren befragten Anwohner im Bereich des Brunnens bestritten, obwohl sie mit oberirdisch lebenden Schlangenköpffischen vertraut waren, zuvor ähnliche Fische gesehen zu haben. Eine detaillierte Untersuchung dieses Exemplars ergab, dass es sich deutlich von allen bekannten Schlangenköpffischarten unterscheidet. Versuche, weitere Exemplare zu sammeln, erwiesen sich zunächst als erfolglos.
Ralf Britz et al. beschrieben 2019 anhand von zwei Fischen, die in Oorakam bei Malappuram in Kerala gefunden wurden, die bemerkenswerte neue Gattung und Art troglobiotischer Schlangenkopffische: Aenigmachanna gollum.
Aenigmachanna mahabali aus Pathanamthitta ähnelt dieser Art in mehreren Punkten, unterscheidet sich jedoch in anderen Merkmalen von der ersten Art. Sein Körper ist schlank und länglich. Die Schwanzflosse ist lanzettlich mit 14 verzweigten Strahlen.
Der Körper ist gleichmäßig rotbraun gefärbt, wobei die Färbung der Oberseite bis zur Afterflosse hin cremefarben verblasst. Die Schuppen auf der Wange weisen reflektierende, silberne Bereiche auf, welche Flecken mit dunklem Pigment umgeben, während sie auf den Kiemendeckenl fast vollständig silbrig sind. Die Schuppen am Körper sind grundsätzlich auf etwa ein Drittel der Schuppenlänge gefärbt, mit klaren, hinteren Rändern, die das Erscheinungsbild einer Reihe von Flecken entlang der Seite zeigen und jeweils eine Linie andeuten. Die Flossen sind transparent bis gelblich, mit schwachen Flecken in der Rückenflosse und einem Fleck an der Basis jedes Rückenflossenstrahls.
Aenigmachanna mahabali ist nur von einem einzigen Ort bekannt, einem Brunnen in Peringara in der Nähe von Thiruvalla im Distrikt Pathana-mthitta, Kerala, Indien. Als der Fisch im Hochsommer gefunden wurde, befand sich die Wasseroberfläche im Brunnen in einer Tiefe von etwa 5 m unter der Bodenoberfläche. Er kam ans Licht, als das normalerweise klare Wasser im Brunnen plötzlich schlammig und der Brunnen abgelassen wurde, um die Reinigung zu erleichtern. Peringara liegt in einem großen, natürlichen Feuchtgebiet, das an das Tiefland von Kuttanad angrenzt, die „Reisschale“ von Kerala.
Bedeutung des Namens: In der Mythologie von Kerala war Mahabali ein König, der drei Reiche erobern ließ und von Vamana, einem Avatar von Vishnu, in die Unterwelt verbannt wurde. Er darf jedoch einmal im Jahr in das Reich der Sterblichen zurückkehren, was mit dem Fest von Onam gefeiert wird.
Mit Aenigmachanna gollum und A. mahabali sind nun zwei echt troglobiotische Schlangenkopffische bekannt. Aenigmachanna zeigen troglomorphe Merkmale wie eine Modifikation der Gesamtmorphologie in eine aalförmigere Form und die Entwicklung filamentöser Verlängerungen der Brustflossenstrahlen. Das Fehlen von porösen Seitenlinienschuppen wird auch von anderen troglobytischen Fischarten gezeigt. Beide Aenigmachanna behalten jedoch auch ihren vollständig pigmentierten Körper und funktionelle Augen, die im Vergleich zu anderen Channa nicht reduziert sind.
Es ist so, dass oberflächenbewohnender Channa stirbt, wenn er daran gehindert wird, Luft an der Oberfläche zu atmen. Es ist jedoch eine Vermutung, ob Aenigmachanna einen Zwang zur Luftatmungs aufweist. Nachder einzige Fisch ins Labor gebracht worden war, wurde der A. mahabali über Nacht in einem Aquarium gehalten, er stieg während einer Stunde fortdauernder Beobachtung nicht an die Oberfläche. Vielmehr blieb er entweder unten unter einem Stück Schwamm oder in einem Winkel mit dem Kopf nach oben unter dem Filter. Die Autoren stellten auch fest, dass die A. mahabali im Gegensatz zu A. gollum keinen Auftrieb zu haben schien und seine Position in der Wassersäule beibehalten konnte, eine Röntgenaufnahme ergab zudem eine große Schwimmblase in der Körperhöhle.
Bemerkenswert ist die Entdeckung von zwei Arten einer bisher unbekannten Gattung in so kurzer Zeit. Die Typuslokalitäten sind durch eine Entfernung von über 200 km und durch die Palghat-Lücke getrennt, eine biogeografische Barriere, die in der Evolutionsgeschichte verschiedener Wirbeltiergruppen von Buschfröschen bis zu asiatischen Elefanten von Bedeutung ist. Es wird angenommen, dass sich die Palghat-Lücke im frühen Miozän gebildet hat und es besteht die Hoffnung, dass ein tieferes Verständnis der Evolutionsgeschichte von Aenigmachanna zu einem besseren Verständnis der Evolutionsgeschichte der Gattung Channa führen wird.
Abschließend bleibt festzustellen, dass diese faszinierenden höhlenbewohnenden Fische der Aquaristik aufgrund ihrer Seltenheit wohl vorenthalten bleiben müssen. Dies ist aus naheliegenden Artschutzgründen auch richtig so. Vielleicht gelingt ja nach Wiederfunden und legalen Naturentnahmen die Nachzucht vor Ort – hoffen wir es! Den meisten Labyrinthfischfreunden ist diese hochinteressante neue Gattung in ihrer Aufmerksamkeit bisher wohl entgangen, dennoch sei an dieser Stelle einmal darauf hingewiesen. Wenn wir die Fische schon nicht pflegen können, dann können wir immerhin etwas darüber lesen und weiterlesen (s. u.).

Literatur
Britz, R., Anoop, V. K., Dahanukar, N., & Raghavan, R. 2019. The subterranean Aenigmachanna gollum, a new genus and spe- cies of snakehead (Teleostei: Channidae) from Kerala, South India. Zootaxa 4603(2), 377–388.
doi.org/10.11646/zootaxa.4603.2.10
Kumar, R. G., Basheer, V. S., & Ravi, C. 2019. Aenigmachanna mahabali, a new troglophilic Snakehead. Zootaxa 4638(3), 410-418.
doi.org/10.11646/zootaxa.4638.3.6
(Bei diesen beiden Quellen gibt es zahlreiche weitere Literaturhinweise.)

Astyanax jordanii (Syn. Anoptichthys), der Blinde Höhlensammler ist ein bewährter Aquarienfisch, an dem interessierte Aquarianer die Pflege von Höhlenbewohnern übern können.
Channa argus warpachowskii aus Ostasien, dem Amur. Zeichnung: Berg 1949

Channa argus – Amur Schlangenkopf

Erstbeschreibung: Cantor, T. E. 1842
Als Ophicephalus argus. ’Allgemeine Merkmale von Chusan mit Anmerkungen zur Fauna und Flora dieser Insel’. Annalen und Zeitschrift für Naturgeschichte, Band IX, S. 484.

Synonyma: Ophicephalus argus, Ophiocephalus argus, Ophicephalus nigricans, Ophicephalus pekinensis.

Flossenformel: D: 48-53 A: 30-38 C: 14 V: Verhältnis (Körper-/Kopflänge): 2,9-3,2 * Ll: 60-75
(* Obwohl sich mit zunehmendem Alter des Fischs seine relativen Anteile ändern)

Beschreibung:
Die Oberseite hat eine bräunlichgrüne Hintergrundfarbe und zahlreiche (9-13) schwarze Flecken. Diese haben eine hellere Mitte, die manchmal weiß über der Seitenlinie eingefasst ist. Unter der Rückenbasis befinden sich altersabhängige Balken. Der Mittelteil ist gelblichgrau, während der rötlichweiße Bauch über dem Anal-Streifen aufweist, abhängig vom Alter.
Die oberen Teile des Kopfs haben drei gepaarte Balken und an den Seiten sind zwei breite Streifen zu sehen; Eine beginnt an der Schnauze und läuft durch das Auge zur Kiemendecke, während sich die untere nach unten krümmt und am Rand der Kiemendecke endet.
Die Flossen sind gelb, die Rücken-, Anal- und Schwanzflossen sind schwarz gefleckt.
Größe: Die größte in der Literatur aufgezeichnete Größe beträgt 800 mm und ein acht Jahre alter Fisch wurde mit 760 mm erfasst.

Unterarten:
Channa argus kimurai (Shih, 1936)
Dieser Fisch wurde aus zwei Exemplaren mit Längen von 185 und 250 mm beschrieben und kann durch seine Variation der Körperproportionen unterschieden werden. Insbesondere das untere Rückenprofil und Unterschiede in der Anordnung der Zähne. Die Körperfarbe ist ganz weiß, ein deutlicher Kontrast zu Channa argus argus. Oberhalb der Seitenlinie haben einige der Schuppen ein graues Zentrum. Die unbaren Flossen sind grau getippt.

Channa argus warpachowskii (Berg, 1949)
Diese größere Variante kann eine Länge von 800 mm und ein Gewicht von 7 kg erreichen. Unterschiede sind; überdurchschnittlich hohe Strahlenzahlen in den Rücken- (50-53) und Afterflossen (33-38) sowie in kleineren Schuppen. Die unregelmäßigen Flecken an der Seite des Körpers sind dunkelbraun, schwarz umrandet und der untere Teil des Kopfes ist mit kleinen, dunkelbraunen Flecken bedeckt.

Verbreitung: In der ursprünglichen Beschreibung wurde C. argus aus Chusan, China, gemeldet, und dies wurde von Shih (1936) bestätigt, der erklärte, dass es der dominierende Schlangenkopf in China ist. Dieser Schlangenkopf kommt in Flüssen, Bächen und Teichen in ganz China von Yunnan bis Peking vor.
Von Shih (1936) wurde geschrieben, dass C. argus kimurai den Fluss Kialing in der Provinz Szechuan, ebenfalls in China, besiedelt, wo er in den Reisfeldern sowie in Gebirgsbächen üblich sein soll. Reeves (1927) gibt an, dass C. argus im Nordosten Chinas und Koreas zu finden ist. Von weiter nördlich bis nach Russland in der Region des Amur kommt der robustere C. argus warpachowskii vor, der in vielen Ländern, einschließlich der ehemaligen Tschechoslowakei, erfolgreich eingeführt wurde.

Pflege: Offensichtlich wird ein sehr großes und robustes Aquarium benötigt, um einen Fisch dieser Größe zu halten, sodass die meisten Exemplare eher in öffentlichen Aquarien gezeigt werden.
Channa argus warpachowskii wurden in Teichen unter Eis am Leben erhalten und auch Frank (1970) erwähnt, dass sie Temperaturen von 40 °C überstanden haben, aber im Aquarium ist eine Temperatur zwischen 14 und 22 °C ausreichend. Sorgfältig gepflegte Wasserbedingungen sind aufgrund ihrer Überlebensfähigkeit in den schwersten Lebensräumen nicht unbedingt erforderlich.
Im Chimkurgan-Stausee der ehemaligen UdSSR wurde Cawarpachowskii von Amanov (1974) untersucht, wo festgestellt wurde, dass sich C. argus von über 20 cm Länge ausschließlich von Fischen ernähren, darunter kleine Cypriniden wie Rotfedern und Weißbrassen, während jüngere Fische sich von wirbellosen Tieren und Chironomidenlarven ernähren und großen Mengen Kaulquappen.

Zucht: Die Geschlechtsbestimmung dieses Fischs durch sein äußeres Erscheinungsbild ist schwierig und kann nur durchgeführt werden, wenn die Fische ausgewachsen sind und die Männchen größer sind als die Weibchen. Trotz dieser Tatsache wird Channa argus warpachowskii bei einer ungefähren Länge von 30 cm geschlechtsreif, wenn sie ein Alter von 2zwei Jahren erreicht hat.
Wenn eine Zucht versucht werden soll, wird ein Aquarium oder Teich mit mindestens 3000 l Inhalt benötigt. Frank (1970) erwähnt, dass dieser Fisch, wenn er nicht in großzügigen Räumen gehalten wird, aufgrund von Platzmangel verkümmert wird und die größeren Exemplare eine schüchterne Natur entwickeln.
Beobachtungen von Schlangenkopffischbrut in ihrem natürlichen Lebensraum zeigen, dass ein großes, schwimmendes Nest (bis 100 cm Durchmesser) aus Pflanzenfragmenten besteht. Dies kann meist in ziemlich flachem Wasser mit dichter Vegetation gefunden werden. Nach dem Laichen werden durchschnittlich 50000 Eier befruchtet. Fast drei Viertel des Eigehalts bestehen aus Öl, sodass die Eier frei zum Nest an die Wasseroberfläche schweben. Hier werden sie vom Männchen bewacht. Bei einer Temperatur zwischen 23 und 25 °C sowie nach 36 Stunden schlüpfen sie aus dem Ei.
Drei Tage später haben die Jungfische ihren Dottersack aufgenommen und werden mit einer Größe von 7 bis 8 mm nach kleinen Wassertieren suchen. Danach verbrauchen sie große Mengen kleinerer Fische, Kaulquappen usw. und erreichen nach Ablauf des ersten Jahres eine Länge von 20 cm.
Aufgrund seiner sehr guten Wachstumsrate ist er zu einem beliebten Speisefisch geworden. Derzeit gibt es mehrere Forscher in den USA und in China, die zu Studien über diesen Fisch beitragen.

Channa asiatica aus Thailand, Asiatischer Schlangenkopffisch

Channa asiatica – Asiatischer Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Linne, C. 1758
Gymnotus asiaticus, Systema Naturae, Vol.1, S.246.

Synonyme: Gymnotus asiaticus, Sternarchus asiaticus, Channa asiatic, Channa asiaticus, Channa fasciata, Channa formosana, Channa ocellata, Channa sinensis

Schuppenformel: D: 43-46 A: 28-30 C: gerundet
Höhen-/Längenverhältnis: 3,3-4,0 Ll: 52-58
Beschreibung: Die unpaaren Flossen sind bräunlicholiv bis grau gefärbt. Der Rücken weist zahlreiche verstreute weiß-silber-goldfarbene Flecken auf, während die Afterflosse ähnliche weiße und silberne Flecken wie der Körper aufweisen. Die Brustflossen sind transparent.
Die gesamte Grundkörperfarbe ist bräunlicholiv. Es gibt acht bis elf v-förmige, breite Bänder und einen dunkelbraunen Augenfleck, der an der Basis des Schwanzes mit Gold umringt ist. Die Bauchregion ist weiß mit jeweils einem weiteren Fleck an der Basis der Brustflosse. Funkelnde, perlmuttartige Flecken bedecken den Körper. Goldflecken schmücken den Kopf und die Flanken. Es gibt zwei breite Streifen, die vom Auge bis zum Rand des Augenflecks verlaufen.
Jugendfärbung: Bei einer Größe von 150 mm ist die gesamte Körperfarbe orangebraun und hellt sich darunter cremeweiß auf. Jungfische weisen ein deutlicheres, aber ähnliches Muster wie Erwachsene auf.
Größe: Ein mittelgroßer Schlangenkopf, der eine Länge von 30 cm erreicht.
Farbform: Bei einigen importierten Aquarienfischen scheint der Afterflosse die bekannte Pigmentierung zu fehlen.

Verbreitung: Diese Art, die sich leicht durch ihr Farbmuster und das Fehlen von Bauchflossen auszeichnet, kommt in Teichen, Seen und Flüssen im Südosten Chinas bis zum Norden Thailands vor. Sie ist auch von der Insel Hainan bekannt, aber nicht im Norden des Jangtse oder in der Provinz Szechuan zu finden (Shih 1936).

Pflege: Aufgrund ihrer angemessenen Größe kann ein kompatibles Paar in einem 120 x 45 x 30 cm großen Aquarium zusammen gehalten werden. Die durchschnittliche Aquarientemperatur kann 21 bis 26 °C betragen und die Wasserbedingungen sind ausreichend. In der Natur frisst dieser Fisch kleine Fische, Garnelen und in kleinen Mengen sogar pflanzliches Material. Eine ähnliche Ernährung hält diesen Fisch in einem gesunden Zustand. Es ist von Natur aus recht scheu.

Zucht: Es wird ein großes, gut bepflanztes Aquarium ab 120 x 45 x 30 cm mit eingefahrenem Wasser bei einer Temperatur von etwa 21 °C empfohlen. Wenn sich die Laichzeit nähert, ändert das Weibchen seine Farbe. Ihre helleren Flossenanteile färben sich rosa, während alle ihre Markierungen noch auffälliger werden. Das Männchen wird dunkler, spreizt seine Kiemendecken und seine Flossen ab. Das Männchen zeigt dann silberne Punkte auf der Afterflosse. Die Balzaktivität dauert bis zwölf Stunden. Die beiden Fische suchen sich schließlich und umschlingen ihre Körper zu einer Kugel, die beim Laichen an die Oberfläche steigt, sich umdreht und dann auf den Boden sinkt. Alle Eier werden in einem Laichakt abgegeben.
Es wird kein Schaumnest gebildet und aus den großen, schwimmenden Eier schlüpfen innerhalb von 36 bis 72 Stunden und bei einer Temperatur von 26 °C die Larven. Es wird ein gewisses Maß an elterlicher Fürsorge beobachtet (Breder & Rosen 1966), wobei die Männchen Nachzügler, die sich von der Hauptschule entfernen, ins Maul. Auch greifen sie Fremdfische und den Pfleger hinter der Aquarienscheibe an. Der Dottersack wird von den Larven in vier Tagen absorbiert und die Brut kann innerhalb einer Woche freischwimmen, die Jungen sind dann 6 bis 7 mm lang.
Selbst mit 90 % Wasserwechsel jeden zweiten Tag und einer großen Menge an Nahrung (Cyclops und Artemia) reichte dies nicht aus, um die 300er Brut aufzuziehen. Eine große Anzahl von Jungfischen wurde aus dem Aquarium entfernt, wobei die Flossen beschädigt waren und infolge Kämpfen und Kannibalismus fehlten, wobei die Elternfische ihre Jungen nicht zu fressen schienen.

Channa bankanensis, Bangka-Schlangenkopffisch

Channa bankanensis – Bangka-Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Bleeker, P. 1852 Ophiocephalus bankanensis. N. bijdr. ichth. Banka. Natuurkundig Tijdschrift Voor Nederlandsch Indie III, p. 726.

Synonym: Ophiocephalus bankanensis.

Flossenformel: D: 39-42 A: 29-31 C: 10-12
Verhältnis: 3,4, Ll: 64-65

Beschreibung: Er zeichnet sich durch seinen rundlichen, stumpfen Kopf aus. Es gibt acht bis neun Schuppenreihen zwischen dem Auge und dem unteren Rand des Kiemendeckels. Die Färbung der Rücken- und Afterflosse ist hell, aber sie verdunkeln sich zum oberen Rand der Flosse. Die Schwanzflosse ist violett. Alle vertikalen, unpaarigen Flossen zeigen Reihen schwarzer Flecken, wobei dieses Muster in den paarigen Brustflossen schräg angelegt ist.
Die seitliche Pigmentierung des Körpers ist rötlichviolett und verschmilzt im unteren, cremefarbenen Bauchbereich. Auf dem mittleren Oberkörper ist eine Reihe von Flecken aufgedruckt, die aus einer Gruppe schwarzer Flecken an den Seiten bestehen und manchmal ein Band bilden. Ein ähnlicher Fleck findet sich auf dem Kiemedeckel, während an der Unterseite des Körpers kleinere Flecken zu finden sind. Ein Band, bestehend aus schwarzen Flecken, verläuft vom Auge nach unten zum unteren Riemendeckel. Der obere Teil des Kopfs hat schwarze Flecken, auf der Unterseite befinden sich kleinere.

Unterschiede in der Jugendfärbung: Die Flecken sind kleiner und in zwei abwechselnden Reihen an der Körperseite angeordnet. eine über, eine unter der Seitenlinie. Die Flossen sind viel dunkler, die Brustflossen sind schwarz mit unregelmäßigen weißen Punkten und Streifen.
Weber & de Beaufort (1922) untersuchten junge Exemplare in Alkohol konserviert, die ebenfalls drei dunkle, schräge Streifen hinter dem Auge zeigten und ein seitliches Band, das aus getrennten, dunklen Flecken bestand, die mit einem gelben Rand versehen waren.

Größe: Größtes Exemplar 235 mm.

Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet von Channa bankanensis befindet sich im indonesischen Archipel insbesondere in den Binnengewässern Südsumatras ist er zu finden. Bleeker (1879) beschrieb diesen Fisch aus Banjarmasin im Süden Borneos und von der Insel Bangka vor der Südostküste Sumatras. De Beaufort (1939) berichtete über eine Lokalität nur 100 km östlich auf der Insel Biliton. Ng & Lin (1990) fanden diese Art zum ersten Mal auf der Malaiischen Halbinsel im Torfsumpfwald in Selangor in Schwarzwasser bei einem pH-Wert 2,8 bis 2,9.

Pflege: Obwohl nichts über die Pflege im Aquarium bekannt ist, kennen wir die Bedingungen eines Gebiets seines Lebensraums auf Sumatra, wo er gelegentlich als Speisefisch gezüchtet wird. Die Teiche haben dort unterschiedliche Wasserbedingungen mit pH-Werten von 4,0 bis 7,4, einer Farbe zwischen Braun und Grau und manchmal Temperaturen bis 37 °C. ‚Sirko-muda‘, er ernährt sich von Fischen, Garnelen und Wasserinsektenlarven.

Zucht: Einige der Einheimischen nutzen ihre Fischzucht zusammen mit dem Reisanbau, andere Zuchtgewässer haben ein reiches Pflanzenwachstum, hauptsächlich in den stagnierenden Gewässern in neutralen pH-Wertbereichen. Dies schafft wertvolle Brutstätten für die Schlangenköpffische, insbesondere in den warmen Sommern, wenn der Wasserstand in vielen Fällen auf 0,5 m absinkt. Dieses flache Wasser ist besonders wichtig für die Aufzucht der Jungfische und die Kultivierung der Rädertierchen, von denen sie sich ernähren.

Channa bleheri, Heiko-Bleher-Schlangenkopffisch

Channa bleheri – Bleher-Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Channa bleheri Vierke, J. 1991 Ein farbenfroher neuer Schlangenkopffisch aus Assam: Channa bleheri spec. nov. Das Aquarium Vol, 259, Januar.

Beschreibung: Die gesamte Grundfarbe ist bräunlich mit einer hellbeigefarbenen Unterseite. Unter dem Kopf befinden sich dunkle Flecken mit den typischen, dunklen Streifen auf den Brustflossen. Es gibt leichte schwarze Flecken zwischen roten Bereichen auf der Schwanzflosse. Die vertikale Flossen haben einen braunroten äußeren und einen nach innen folgenden, blauen Rand.
Größe: 113 bis 115,9 mm.
Fundort: Assam, Indien.

Channa gachua, Brauner Schlangenkopffisch, Männchen,
Foto: Manfred Quambusch, in memoriam

Channa gachua – Brauner Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Hamilton, F. 1822. Ophiocephalus gachua. An account of the Fishes found in the River Ganges and its Branches. Publ. Archibald Constable, 68-69.
Sensu dato, im weiteren Sinne, also im Artkonzept vor der Aufteilung durch Britz et al.

Synonyma (sensu lato): Ophiocephalus aurantiacus, Ophiocephalus cora-mota, Ophiocephalus fusca, Ophiocephalus gachua, Ophiocephalus harcourtbutleri, Ophiocephalus kelaartii, Ophiocephalus limbatus, Ophiocephalus marginatus, Ophiocephalus montanus, Ophiocephalus surakartensis.

Flossenformel: D: 30-37 A: 20-24 C: 16 P: 15
Verhältnis: 2.9-3.25, Ll: 40-45

Beschreibung: Der Rücken ist grünlichgrau, die Analis blassblaugrün, beide sind schwarz umrandet. Die Oberkante hat einen roten, orangen bis gelben Seitenrand und die Unterkante ein weißes Seitenband. Die abgerundete Schwanzflosse ist grünlich, ebenfalls marginal umrandet, zuerst schwarz und dann rot mit blaugrünen Zwischenräumen. Die Brustflossen haben eine Ziegelfarbe mit mehreren Reihen blauer Flecken. Der Oberkörper trägt dunkle Bänder, die schräg nach vorn über den Rücken verlaufen. Aufgrund seiner großen geografischen Verbreitung handelt es sich bei der Beschreibung um eine von Hamilton beschriebene Form, die aus Bengalen in Indien stammt.
Größe: Die größte aufgezeichnete Länge beträgt 300 mm.

Unterarten und Farbvarianten:
Der angesehene Ichthyologe von Sri Lanka, P. E. P. Deraniyagala, verwies in einem 1945 verfassten Artikel auf das bekannte Synonym Ophiocephalus kelaarti (Gunther 1861), das aus jugendlichen Exemplaren aus Sri Lanka beschrieben wurde. Dieses Taxon wird, sensu stricto, im engeren Sinne, allerdings als Vertreter der Gattung Channa, heute als gültig betrachtet. Signifikante, morphometrische Unterschiede zwischen C. kelaartii und C. gachua sind: ein etwas tieferer Körper, eine größere laterale Schuppenzahl und eine längere Schwanz- und Brustflosse. Nach Myers & Shapovalov (1931) wurde dieser Fisch zu Channa gachua kelaartii (Gunther 1861), nach Britz zu C. kelaartii.

C. gachua von Sri Lanka sensu lato, C. kelaartii sensu stricto
Die srilankische Variante hat eine unterdurchschnittliche Anzahl an Rückenflossenstrahlen und eine geringere durchschnittliche Länge zwischen 125 und 150 mm. Die Oberkörperfarbe ist braun mit W-förmigen Querbalken. Der Rand der Rückenflosse ist orange mit weißlicher Spitze, mit ein oder zwei Augenfleck-Markierungen. Die Afterflosse ist grünblau, der äußere Rand graubraun und ein orange oder roter innerer Streifen. Der äußere Rand der Schwanzflosse ist orangerot. Auf dem Kopf ist ein dunkler Seitenstreifen zu sehen, der von der Schnauze über das Auge bis zum Riemendeckel verläuft.

Es werden mehrere andere Farbvarianten aufgezeichnet:
C. gachua, chinesische Form
Der Körper ist bräunlicholiv. Die Flossen sind gelblich gespenkelt, wobei die Schwanzflosse und der Rücken winzige, weiße Flecken aufweisen.

C. gachua, bengalische Form
In Francis Hamiltons: „Bericht über die Fische der Ganges-Region und ihrer Seitenarme“ (Original siehe unter Erstbeschreibung) wird auf Seite 69 eine „bestimmte Art mit Zweifel“ beschrieben, Ophiocephalus aurantiacus, die mehrere Autoren seitdem synonmisierten. Die gesamte Körperfarbe ist orange mit einigen unregelmäßigen Flecken von rötlichem Farbton, insbesondere an den Seiten des Kopfes, des Brustkorbs und an der Schwanzflosse.

C. gachua, Thailand-Form
Fowler (1934) gibt an, dass der Rücken einen leuchtendroten Rand hat (der weiß wird, wenn er in Alkohol konserviert wird), der vordere Teil des Bauches ist grünlichweiß und der hintere violettweiß. Der Rücken ist mattgelb und braun gesprenkelt. Die Analis ist an der Basis grünlich. Smith (1945) fand jedoch eine Besonderheit in der Anzahl der Seitenlinienschuppen. Worin ein Bruch in der Linie auftrat und sie dann wieder aufgenommen wurde, erschienen mehrere unterschiedliche Zählungen, einschließlich Unterschieden in der Anzahl zwischen den beiden Seiten des Körpers eines Individuums. Diese Form wird, sensu stricto, als Channa limbata aufgefasst.
Exemplare aus Koh Chang (Golf von Siam) haben eine tiefschwarze Körperfarbe.

Varianten in der Jugendfärbung:
Der junge C. gachua von Sri Lanka (sensu stricto C. kelaartii) hat einen blassen, rotgelben Oberkörper mit einer dunkelgrauen unteren Hälfte. Ein vages orangefarbenes Seitenband verläuft von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel. Alle Flossen sind hellgelb. Bei 23 mm zeigt der Fisch einen Occellus (manchmal zwei) mit einer orangefarbenen Aura auf der Rückseite der Rückenflosse, die er trägt, bis er zwischen 44 und 56 mm lang ist. Bei den von Shaw & Shebbeare (1937) gefundenen Jungen war dieser Ocellus nie vorhanden. Die dunkleren Querbalken sind auffälliger (verschwinden bei erwachsenen Fischen) und oft sind einige schwarze Flecken über den Körper verstreut (Weber & de Beaufort 1922).

Verbreitung: Diese erstreckt sich über ein riesiges Gebiet Südasiens, vom Iran bis nach China und bis Bali. Der Fisch kommt in allen Lebensräumen vor, von Gebirgsbächen bis zu verschmutzten Teichen und Brackwasser. Seine Winterhärte und Fähigkeit, Land bei Nässe zu überqueren, hat dazu beigetragen, dass er in der Lage ist, nahezu alle Gebiete zu bevölkern.

Pflege: Aufgrund seiner „handlichen“ Aquariengröße ist es möglich, C. gachua mit anderen Fischen ähnlicher Größe und Verhalten zu vergesellschaften. Ein Aquarium mit einer Größe von 120 x 40 x 30 cm kann ein Paar dieser Fische tragen. Es kann eine einfache Aquarieneinrichtung verwendet werden und in den meisten Fällen ist ein Filter nicht erforderlich, sofern regelmäßig Wasser gewechselt wird.
Ng & Lim (1989) bemerkten ihre Beweglichkeit an Land und ihre Fähigkeit, sich wie ein Frosch durch Hüpfen fortzubewegen und betonten die Notwendigkeit, das Aquarium sehr gut abzudecken.
Aufgrund seiner erstaunlichen Fähigkeit, belastete Biotope und sogar Gewässer mit Gezeiteneinfluss zu bewohnen, sind die Fische recht anspruchslos, auch pH-Werte sind unwichtig. Die Temperaturen sollen von durchschnittlichen Aquariennormen sein, aber Channa gachua von Sri Lanka wurde sogar aus den heißen Quellen von Kanniya, Sri Lanka, aufgezeichnet.
C. gachua ist Karnivor, mit es werden alle Arten von Krustentieren, Insekten und Fischbrut verzehrt, obwohl im Aquarium auch andere Futtersorten ergänzt werden können.

Zucht: Die Laichzeit ist zonal und hängt sehr stark von den äußeren Faktoren ab, die mit ihrer Umgebung verbunden sind. Channa gachua baut kein Nest an der Wasseroberfläche. Das Männchen schöpft ein kleines Loch im Schlamm, nicht weit vom Rand des Teichs entfernt, im seichten Wasser.
Das Balzen beginnt normalerweise am Morgen und dauert den ganzen Tag. In einem einzigen Laichakt werden zwischen 1500 und 2000 Eier gelaicht und dann in den Kehlsack des Vaters überführt. Die Eier haben eine goldgelbe Farbe und messen nach dem Anschwellen 1 bis 1,5 mm. Eine Ölkugel macht ein Viertel des Eies aus und dies treigt die Brut effektiv nach oben. Das Schlüpfen erfolgt etwa 17 Stunden später. Am 12. Tag ist bei einer Größe von 5 mm (in der Natur vielleicht 10 mm) der Dottersack verbraucht. Das Futter im 35- bis 105-mm-Stadium besteht aus kleinen Insektenlarven, Daphnien und Hüpferlingen (Mookerjee 1950).
C. gachua „mit Bauchflossen“, die von einem von uns Clark (mdl. Mitt.) aus Vijaweda, Indien, mitgebracht wurden, inkubierten die Eier ebenfalls im Maul. Nach starker Fütterung von Weißen Mückenlarven in einem Aquarium mit Wasser auf Torfbasis wurde das maulbrütende Männchen beobachtet. Nach zehn Tagen wurden 60 bis 80 june Jungfische aus dem Maul entlassen, die ungefähr 5 mm lang waren und einen Monat später eine Länge von 10 mm erreichten. Nach weiteren zwei Monaten tauchte das Paar erneut auf und produzierte diesmal eine umfangreichere Brut von 100 bis 120.

Channa gachua, Abbildung: Bleeke 1869
Channa harcourtbutleri, Inlé-See-Schlangenkopffisch

Channa harcoubutleri – Inlé-See-Schlangenkopffisch

Es handelt sich um eine Art, die circa 15 cm Länge erreicht. Sie ist sehr farbenfroh, mit ihrer geringen Größe, eignet sie sich für Aquarien ab 150 l Inhalt, besser mehr. Es handelt sich um eine ziemlich seltene und wenig bekannte Art, aber seit einiger Zeit ist sie regelmäßig bei Importeuren aus Myanmar erhältlich.
Es ist eine Zwei-Eltern-Art, bei der die Brut vom Männchen im Maul ausgetragen wird. Das Weibchen ernährt die Jungen mit Nähreiern und verteidigt das äußere Revier. Die Art ist lokal als „nga ohn-ma“ bekannt. Ihr wissenschaftlicher Name ist Sir Harcourt Butler gewidmet, welcher der Gouverneur der heimischen Region der Art war.
Es soll ein ziemlich aggressiver Channa sein, selbst wenn sich das Paar bereits gebildet hat. Gefahr besteht vor allem dann, wenn keine spezielle, gehaltvolle Nahrung zur Verfügung steht.
Sie ist am Inlé-See in Myanmar (ehemals Burma) endemisch, also in der subtropischen Zone. Es wird daher eine kühle Zeit im Winter um 18 °C und eine wärmere um 26 bis 28 °C im Sommer benötigt.
Während der Brutzeit intensivieren sich die Farben der Flossen. Das Weibchen legt mehr als hundert Eier, die das Männchen einige Tage lang im Maul inkubiert.
Sobald die Jungen ausgespuckt sind, bewacht das Männchen die Brut, während das Weibchen sterile Eier legt, um die Jungen damit zu füttern. Es bleibt während der Aufzucht in der Nähe der Brut, um ihren großen Appetit zu stillen.
Nach ungefähr zehn Tagen nach dem Entlassen aus dem Maul kommen die Jungen zum ersten Mal an die Oberfläche, um erstmals Luft zu schnappen.
Die Art ist ein sehr enger Verwandter von Channa gachua. Tatsächlich galt ihr Name lange Zeit als bloßes Synonym für C. gachua. Aber Ng, Ng & Britz konnten 1999 zeigen, dass C. harcourtbutleri eine gültige Art ist. Die beiden Arten sehen sich jedoch sehr ähnlich. C. harcourtbutleri hat einen schmaleren Kopf und (leider hängt es von der Stimmung ab und ist nicht immer eindeutig) einen dunkel gesprenkelten Hals (einfarbig bei C. gachua). Außerdem fehlt bei Jungtieren von C. harcourtbutleri eine Bauchflosse, die typisch für Jungtiere von C. gachua ist. Es gibt andere kleine Unterschiede im Muster, aber aufgrund der Änderung der Färbung sind diese extrem Abhängig von der Stimmung. Bei den meisten Schlangenkopffischen sind diese Unterschiede für Identifikationszwecke nicht von Nutzen. Es sollte auch bedacht werden, dass es mehr als wahrscheinlich ist, dass sich viele beschriebene Populationen und Arten, die gegenwärtig als C. gachua bezeichnet werden, sich in Zukunft als eigenständige Arten herausstellen werden, sodass es sehr schwierig ist, von einem Muster zu sprechen und von Färbungen, die typisch für C. gachua seien.
Channa harcourtbutleri kommt in Myanmar in höheren Lagen als C. gachua vor. Es ist daher vorzuziehen, diese Fische nicht das ganze Jahr über bei hohen tropischen Temperaturen zu halten. Was das Wasser betrifft, so sind die Fische sehr anspruchslos, aber ein sehr weiches und saures Wasser sollte vermieden werden. Die übliche Länge von C. harcourtbutleri liegt zwischen 8 und 15 cm, das größte bisher bekannte Exemplar war 18,5 cm lang.
Im September 2019 gab mir Stéphane Mauffré sechs junge Exemplare einer Schlangenkopffischart, etwa 5 bis 6 cm groß, die mir schon im Beutel zeigten, dass die Fische ziemlich aggressiv sind … Sie kamen, ungeheizt, in ein 250 l-Aquarium. Im Allgemeinen schwankt die Temperatur zwischen 18 und 22 °C, im Sommer kann sie bei heißem Wetter gelegentlich auf 24 bis 25 °C ansteigen.

Literatur
Dantec, M. 2020. Ma première expérience de maintenance avec Channa harcourtbutleri . Le Macropode N° 01/2020, 22-26.
Dantec, M. 2020. Pour en savoir un peu plus sur l’espèce. Le Macropode N° 01/2020, 26-28.
Dantec, M. 2021. Meine ersten Erfahrungen mit Channa harcourtbutleri. Um mehr über die Art zu erfahren … Der Makropose 20-23.
Ng, H. H., Ng, P. K. L. & Britz, R. 1999. Channa harcourtbutleri (Annandale, 1918): a valid species of snakehead (Perciformes: Channidae) from Myanmar. J. South Asian Nat. Hist. 4(1), 57-63 (Ref. 44371).

Channa harcourtbutleri, Inlé-See-Schlangenkopffisch,
brutpflegendes Männchen
Channa kelaartii,
s. str., siehe bei Channa gachua s. l. von Sri Lanka
Channa lucia, Schlanker Schlangenkopffisch

Channa lucia – Schlanker (Teufels-)Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Cuvier, G., & Valenciennes, A. 1831. Ophicephalus lucius Ophicephales. Histoire Naturelle Poissons VII, 416-417.

Synonyma: Ophiocephalus lucius, Ophiocephalus polylepis, Ophiocephalus bistriatus, Ophiocephalus bivittatus, Channa bistriata.

Merkmale: Der schmale Kopf, das konkave Rückenprofil und das charakteristische Körpermuster unterscheiden diese Art von allen anderen Channidae (Tweedie 1949).
Schuppenformel: D: 39-43 A: 27-30 C: 13
Verhältnis: 3.0-3.5, Ll: 58-65

Beschreibung: Die Rücken- und Afterflossen sind transparent bis hellgelb, die Schwanzflosse ist beige bis grau. Alle Flossen sind mit Reihen schwarzer und weißer Punkte gefleckt oder gestreift. Die Brustflossen sind weiß und braun.
Die Pigmentierung des Oberkörpers ist dunkel mit runden, schwarzen Flecken, meist mit hellem, metallicweißem Hof, die unregelmäßig angeordnet sind. In der Mitte sind die Markierungen mehr oder weniger blasser und verschwinden manchmal. Der Bauch ist heller und weist dunkle Streifen auf.
Auf dem Kopf sind runde, schwarze Flecken zu sehen, die im oberen Teil unregelmäßig angeordnet sind und ähnliche Flecken auf den Wangen.
Unterschiede in der Jugendfärbung: Diese Art wird in jungen Jahren aufgrund der Ähnlichkeit ihrer Markierungen häufig mit C.micropeltes verwechselt, obwohl eine genaue Prüfung der Position der durch das Auge verlaufenden Streifen die Identifizierung erleichtert:
a) Bei C. lucia verläuft das untere Band durch das Auge,
b) während C. micropeltes den oberen Streifen durch das Auge hat.
Channa lucia hat bei einer Länge von 50 mm und einen insgesamt schlichten, silbernen Körper mit zwei deutlichen, ununterbrochenen Linien, die von den Lippen entlang der Gesamtlänge des Körpers verlaufen. Der obere Streifen führt in den oberen Sektor der Schwanzwurzel, während das untere Band parallel zum ersteren, unteren Teil dieser Flosse verläuft. Alle Flossen, einschließlich der nahezu perfekt gerundeten Schwanzflosse, sind zu diesem Zeitpunkt nicht markiert.
Die Färbung des Oberkörpers ist bräunlich, wobei die Mitte jedes Flecks durch dunklere, schräge Streifen gebildet wird. Der Mittelteil ist gelblich. Ein schwarzes, seitlich unterbrochenes Band verläuft vom Auge bis zur Schwanzflossebwurzel und bildet zwei Reihen abwechselnd großer Flecken. Diese wiederum erzeugen einen leichten Zick-Zick-Bereich zwischen ihnen. Der untere Teil des Körpers hat ähnliche dunkle Streifen.
Wenn der Fisch wächst und länger als 5 cm wird, zerfallen die beiden schwarzen Streifen in separate Flecken und der Hintergrund färbt sich zum Rücken hin hellbraun oder orange. Bauchseite ist er cremeweiß und es erscheinen dunkle Flecken auf dem Bauch. Die Rücken-, After- und Schwanzflosse sind jeweils stark mit Flecken und Punkten markiert. Die Brustflossen sind mit weißen Markierungen gesprenkelt und die Bauchflossen werden dunkel gefleckt. Die Augen sind klein, der obere und untere Rand ist hell und der Mittelteil dunkel, passend zum unteren Streifen. Die Nasenröhrchen sind sehr kurz und kaum sichtbar.
Größe: Smith (1945) gibt an, dass dieser Fisch einen schlangenartigeren Kopf als andere verwandte Channa-Arten hat und eine Länge von 400 mm erreicht.

Verbreitung: Channa lucia ist aus dem indo-australischen Archipel (Weber & deBeaufort 1922), Thailand und Vietnam weithin bekannt. Es wird sogar von Funden in China berichtet, er ist aber in China nicht weit verbreitet. Weitere Informationen zu Standorten finden Sie im Folgenden, auf: Balikpan: Weber and de Beaufort (1922), Billiton: Beaufort (1939), Borneo: Bleeker (1850), Vaillant(1902), Steindachner (1901) und Hardenberg (1936), in China: Reeves (1927), Java: Vaas (1952), in Korea: Reeves (1927), auf der Malaiischen Halbinsel: Dunker (1904), Herre & Myers (1937), Johnson (1967), Tweedie (1933) & (1949), in Sarawak: Karoli (1882), Singapur: Herre and Myers (1937), in Thailand: Fowler (1934), Geisler et al. (1979) und Hora (1923), in Vietnam: Kuronuma (1961).
Durch eine Bevölkerungsumfrage zu drei verschiedenen Biotopen in Thailand fanden Geisler et al. (1979) heraus, dass C. lucia in einem Waldstrom in Lam Pi, Zentralbereich der Südhalbinsel Thailand, am produktivsten war. Dies scheint ein typischer Biotop zu sein, Obwohl ein Luftatmer, von dem auch bekannt ist, dass er im sauren, malaiischen Schwarzwasser lebt (Johnson 1967), bevorzugt er saubereres, stärker fließendes Wasser gegenüber einem Sand- oder Kiesbett. Hier hat die Wasserchemie einen pH-Wert von 6 bis 7,2, eine Gesamthärte von 0,13 bis 1,2 °dH und eine Temperatur von 26 °C. Abgesehen von den kleinen Fischen, die im Bach gefunden wurden, waren (stellenweise 40 cm Tiefe) Garnelen, Macrobrachium app., aller Größen vorhanden, die vermutlich den Hauptanteil der Nahrung der Fische ausmachen.

Pflege: Um die natürliche Umgebung dieses Schlangenkopffischs nachzubilden, wird ein größeres Aquarium ab 2 m Länge benötigt, das entweder mit einem großen internen oder externen, kräftigen Filter ausgestattet sein muss.

Channa lucia, Abbildung: Bleeker 1869
Channa lucia, Syn. Channa polylepis, Abbildung: Bleeker 1869
Channa marulia marulia, Großer Schlangenkopffisch, Jungfisch circa 10 cm lang
Channa marulia marulia, Großer Schlangenkopffisch, junger Fisch circa 18 cm lang
Channa marulia marulia, Großer Schlangenkopffisch,
junge aber erwachsene Fische circa 45 cm lang

Channa marulia marulia – der Große Augenfleck- Schlangenkopffisch

Beim Besuch einer größeren Aquaristikhandlung bei Witten vor etlichen Jahren fiel mir ein attraktiver Schlangenkopffisch auf. Der Fisch wurde dort als „Crenicichla maurulius“ bezeichnet, doch war die Art leicht von den im gleichen Aquarium gehaltenen tatsächlichen Crenicichla-Arten zu unterscheiden. Verwechslungen von Channa und Crenicichla sollen schon oft vorgekommen sein, wofür der relativ ähnliche Habitus der Fische sicher die Ursache ist.
Eine Nachbestimmung der neuerworbenen Fische erwies sich als leicht. Hamilton (1822) hat seiner Artbeschreibung auf den Seiten 65 bis 66 drei aufschlußreiche Zeichnungen beigegeben, die jede Verwechslungsmöglichkeit ausschließen. Zwar ist zur Artbeschreibung die Tafel XXII angegeben: die Abbildungen sind aber auf Tafel XVII zu finden. Da im Druck der „Gangetic Fishes“ einige Tafeln fortgelassen wurden, kam es wiederholt zu Missverständnissen oder zu fehlerhaften Nachbestimmungen. Hora (1929) klärte die meisten Irrtümer auf und ergänzte fehlende Zeichnungen. Synonyma sind: Channa marulius, Ophiocephalus aurolineatus, Ophiocephalus theophrasti, Ophicephalus marulius, Ophiocephalus marulius, Ophiocephalus grandinosus und Ophicephalus leucopunctatus (part.). Nora Brede & Pascal Antler (2009) gehen in ihrem lesenswerten Buch nur am Rande auf die großen Arten ein, aus aquaristischer Sicht ist es tatsächlich sinnvoller, die kleiderbleibenden Arten ausführlicher zu schildern. Frank Schäfer (2017) bildet in seiner Übersicht hingegen alle bis dato bekannten Schlangenkopffische ab. Trotz der einfachen Bestimmung von Channa maruiia ist in alten Auflagen des Aquarien-Atlas’ Band 2 von (Baensch & Riehl 1985) eine völlig andere Art, vermutlich Channa punctata (Bloch, 1793), abgebildet.
Entfernt ähnlich ist hingegen Channa marulioides Bleeker, 1851 aus Südostasien, aber Querbalken und Muster sind anders. Besonders charakteristisch für Channa marulia aus dem indischen Raum sind die metallisch glänzenden, schrägen Querbalken am Körper und der typische, orange gesäumte Augenfleck in der oberen Hälfte der Schwanzflosse. Bei meinen Fischen war die Schwanzflosse in typischer Weise nach oben, hinten, schräg abgeflacht. Dieses Merkmal ist in keiner mir zur Verfügung stehenden Zeichnung sichtbar und wird auch in Texten nicht erwähnt. Im großen Verbreitungsgebiet sollte das Vorkommen weiterer Varianten jedoch nicht ungewöhnlich sein. Aufgrund der leichten Identifizierbarkeit der Art gibt es auch nur wenige Synonyma (s. o.), doch wurde Channa marulia von Hamilton unter dem Gattungssynonym Ophiocephalus beschrieben. Nach Day (1889) könnten allerdings Channa leucopunctata (Sykes 1841) und Channa pseuaomarulia (Günther 1861) Unterarten von Channa marulia sein. Zumindest von Channa leucopunctata ist aber heute der Artstatus anerkannt.
Eine zweite Unterart von Sri Lanka ist Channa marulia ara Deraniyagala, 1945. Bei Vierke (1978)
ist eine Zeichnung dieser Unterart zu finden, die sich nach Deraniyagala durch eine andere Körperzeichnung und durch „nur“ 49 Rückenflossenstrahlen von der Stammform unterscheidet. Nach Hamilton (1822) besitzt Channa marulia 52 bis 54 Dorsalstrahlen, doch ist bei Vierke (1978) eine erweiterte Angabe von 45 bis 55 Strahlen zu finden, was vermutlich auf Day (1878) zurückzuführen ist: „D 45-55. P 18, V 6, A 28-36. C 14. mLR 60-70. Ltr. 17-181/2.“ Hamilton (1822) nennt: „Schuppenformel: D 45-55 A 23-36 C 15, Verhältnis: 3,1-4,0, Ltr. 56-70.“ Längenangaben sind bei den alten Autoren nicht zu finden (4 feet nach Smith 1945). Bei Vierke (1978) taucht dann die Angabe 120 cm auf. Lange konnten selbst in seltenen Fällen nur 80 cm belegt werden, doch sind heute tatsächlich solch große Einzelexemplare, bis 122 cm, aus Teichzuchten bekannt. Für die zwei seinerzeit von Thailand vorgelegten Exemplare gibt Smith (1945) nur 27 und 40 cm Totallänge an. Nach Smith soll die Art in Thailand sehr selten sein, was durch fehlende aktuelle Belege erhärtet wird. In Indien und Sri Lanka ist Channa marulia dagegen ausgesprochen häufig und ein beliebter Speisefisch, im weiteren großen Verbreitungsgebiet in Südostasien eher selten.
Nach Hamilton ist die Art in allen Gewässertypen zu finden, meidet jedoch Brackwasser, während sie nach Vierke vor allem tiefere Flüsse bewohnt.
Alle vertikalen, unpaarigen Flossen können tief- oder hellblau und mit zahlreichen weißen und goldenen Flecken verziert sein. Der abgerundete Schwanz hat jedoch an der Wurzel der Flosse auf seiner Oberseite einen schwarzen Fleck, der von einem weißgoldenen Ring umgeben ist. Die nicht markierten Brustflossen sind dunkel und groß. Die Tönung des Oberkörpers ist grün, schwarz oder meist dunkelbraun, gekennzeichnet durch dunkle, unregelmäßige Querbänder, die den Rücken kreuzen. Im Mittelteil sind vier bis sechs große, schwarze, unregelmäßige Flecken zu sehen. Der gelblichweiße untere Teil weist zahlreiche weiße Flecken auf.
Unterschiede in der Jugendfärbung: In der von Francis Hamilton beschriebenen indischen Form haben die jungen Fische die dunklen Kreuzbänder für Erwachsene, die in einem orangefarbenen Seitenstreifen vom Auge zum Schwanz enden. Der Schwanzfleck hat eine orangefarbene Aura und es gibt mehrere blasse Streifen in der Rückenflosse.
Ein junger Channa marulia ara trägt einen gelben Seitenstreifen und einen ähnlichen orangefarbenen Ocellus. Auf dem dunklen Rücken und der gelben Analis erscheinen braune Punkte und auf der dunklen Schwanzflosse befinden sich etwa fünf dunkle, vertikale Streifen. Die Flossen haben keine Farbe.

Unterarten:
Channa marulia ara (Deraniyagala, 1945), diese Form von Sri Lanka unterscheidet sich darin, dass sie unterdurchschnittliche Strahlenzahleb der Rücken- (45 bis 49) und Afterflosse (23 bis 31) aufweist. Dieser größte und seltenste Schlangenkopf auf Sri Lanka hat eine große Farbvariabilität und Deraniyagala (1929) gibt an, dass der Fisch in wenigen Minuten seinen Farbton vollständig verändern kann. Allgemeine Farbunterschiede bestehen darin, dass der obere Teil des Körpers blassoliv, der mittlere hellmessinggelb und der untere Oberkörper dunkelgelb ist. Die Flecken ähneln dem indischen Typ, obwohl ein dunkelviolettes Seitenband vom Auge bis zum Ende der Schwanzflosse verläuft. Dieses Band kann sich enorm ausdehnen, bis es den gesamten Körperbereich dominiert und den Anschein eines „anderen, schwarzen“ Fischs erweckt. Es gibt ein oder zwei violette Bänder auf der Oberseite des Kopfes. Der dunkle Augenfleck in der Schwanzflosse fehlt normalerweise bei Exemplaren, die länger als 260 mm sind.

Channa maurulia leucopunctata (Sykes, 1841), der Fisch hat einen langen, rundlichen Körper, einen flachen Kopf und eine komprimierte, ovale Schwanzflosse. Sykes (1841) berichtet, dass sich dieser Fisch in folgenden Punkten unterscheidet:

  1. Mit weniger Strahlen in der Brustflosse.
  2. Fehlen eines Augenflecks in der Schwanzflosse.
  3. Dorsalis, Analis und Caudalia sind posterior stärker verjüngt und
  4. mit zahlreichen weißen Flecken versehen.
  5. Flossenformel: D 47-53, A 28-35, C 13, P 15-17, Ltr. 59-60. Alle unpaaren, vertikalen Flossen sind dunkel und mit weißen Flecken gesprenkelt. Die Körperhintergrundfarbe ist ein rötlichbraunes Schwarz, das teilweise mit Weiß gesprenkelt ist. Im Mittelteil erstreckt sich eine schwache Längslinie vom oberen Ansatz der Brustflosse bis zum Schwanz, Länge bis 950 mm.

Verbreitung: Die Verbreitung dieses Fischs umfasst ein großes Gebiet Südostasiens von Sri Lanka über Indien und China bis nach Korea. Es gab Berichte von Sumatra und Borneo, doch ist zu vermuten, dass die fraglichen Fische der ähnlichen Art C. marulioides zuzuordnen sind.
Oberstleutnant W. H. Sykes (1841) registriert diesen Fisch aus dem Gebiet innerhalb Indiens, dem Deccan, in einer Höhe von nicht weniger als 457 m.
In Indien wurden Standorte von C. marulia marulia von Hamilton (1822), Jhingran (1982), Chattopadhyay (1975) und Shaw & Shebbeare (1937) aufgezeichnet, während Hauptautoren der Standorte von C. marulia ara in Sri Lanka sind Deraniyagala (1929) und Munroe (1955). Smith (1945) erwähnt, dass es der seltenste in Thailand gefundene „Schlangenkopffisch“ sei, während Kottelat (1985) C. marulia aus dem benachbarten Kambodscha registrierte. Er wird auch allgemein China und Korea gutgeschrieben, mit spärlichen Informationen, die von Nichols (1943) uns Reeves (1927) aufgeführt wurden.

Wasserqualität und Endgröße: Gleichzeitig soll Channa marulia gegen Wasserverschmutzung unempfindlich sein, was ich für meine Fische leider nicht bestätigen kann, denn bereits einen Tag nach dem Erwerb musste ich den Verlust eines Exempiares hinnehmen, das die Veränderung der Wasserverhältnisse (zum Positiven) leider nicht überlebt hatte. Die im Handel erhältlichen Fische waren mit etwa 10 cm Länge noch relativ klein. Ihre Jugend ist auch an den verhältnismäßig großen Augen gut erkennbar. Mit Spannung erwarte ich ihre „Endgröße“. Schließlich bestätigte es sich doch, dass es sich bei Channa marulia um die größte Schlangenkopfart handelt, wie Vierke annahm, zumindest zählt sie zu diesen Arten. Immerhin sind auch von Channa micropeltes und Channa striata Längen von über 100 cm belegbar. Ein solches Channa micropeltes-Exemplar lebte beispielsweise lange im Löbbecke-Museum und Aquazoo in Düsseldorf allerdings unter „falschem Namen“.

Färbung: Eine Farbbeschreibung der attraktiven Fische ist problematisch, da die Art stimmungs- und altersabhängig häufig ihre Färbungen und Zeichnungsmuster ändert. Eindeutige Bezüge zwischen Färbung und Stimmung der Fische konnte ich noch nicht sicher feststellen. Unterschiedliche Jugendfärbungen und Eigenheiten der Unterarten und Fundwortformen sind aufgelistet.

Pflege: Channa marulia kommt in Teichen, tiefem Süßwasser und gelegentlich in brackigen Flüssen in Indien vor, wo er als sehr wichtiger Speisefisch kultiviert wird. Hier werden die Jungfische in freier Wildbahn gefangen und in Bewässerungsbrunnen angefüttert.
Auf Sri Lanka ist er in den tieferen Flüssen und Bächen zu finden. Obwohl gesagt wird, dass er ein gutes Haustier sei, benötigt dieser Schlangenkopffisch ein sehr großes, robustes Aquarium oder idealerweise einen Teich, um unter menschlicher Obhut gehalten werden zu können. Das Wasser erfordert eine Temperatur zwischen 17 und 32 °C.
Es wurde behauptet, dass er ein kämpferischer Fisch wäre und zwei Erwachsene des gleichen Geschlechts nicht zusammengehalten werden könnten. Andererseits hielt ich vier Exemplare (zwei Paare) von Jugend an gemeinsam im 2 m-Aquarium bis zur Länge von 80 cm des größten Fischs, ohne dass es jemals zu Problemen kam.

Vermehrung: Die Laichzeit dauert auf Sri Lanka von April bis Juni. Ein geschützter, verkrauteter Fluss mit einer Tiefe von nicht mehr als 1 m wird bevorzugt. Die becherartigen Nester werden von beiden Elternteilen in der Nähe von Stängeln und Schilf sowie Wasserpflanzen etwa 0,6 m vom Flussufer entfernt angelegt. Nach dem Laichen (Temperatur 28 bis 31 °C) wechseln sich Männchen und Weibchen ab, um ihre Nachkommen eifrig zu beschützen.
Die befruchteten, orangefarbenen Eier durchmessen 2 mm und enthalten eine einzige Ölkugel, die es dem Ei ermöglicht, an der Oberfläche zu schweben. Chako und Kuriyan (1947) berichten, dass 500 goldgelbe Eier von indischen Fischen produziert werden. Diese schlüpfen nach 54 Stunden bei 17 bei 26 °C und 30 Stunden bei 28 bis 32 °C. Die Larven schlüpfen in einer Größe von 5 mm und zeigen ein schnelles Wachstum, wobei sie nach drei Wochen eine Länge von 26 mm und nach elf Wochen eine Länge von 90 mm erreichen (Deraniyagala 1929). Channa marulia ist jedoch für seinen Kannibalismus-Tendenzen bekannt, insbesondere in jungen Jahren. Jhingran (1982) bemerkte dies insbesondere bei Fischen, die in Bewässerungsbrunnen gezüchtet wurden, wo Ergebnisse von Untersuchungen zeigten, dass nur 10 % des ursprünglichen Bestands überlebten (allerdings fehlten Angaben zu den verabreichten Futtermengen).
Über die Fortpflanzung der Art ist nicht viel weiteres bekannt. Nach Vierke (1978) soll Channa marulia in der Natur auf Sri Lanka zwischen April und Juni laichen. Dabei richten beide Eltern den Nistplatz her. wobei sie Pflanzen durch Abbeißen aus dem Nestbereich entfernen. Eigentlich kann von einem Nest gar nicht die Rede sein, da die etwa 2 mm durchmessenden orangefarbenen Eier wegen ihres Ölgehalts nach dem Laichen zur Oberfläche aufsteigen und dort von den Eltern betreut und verteidigt werden. Der Schlupf der 26 mm langen Larven soll nach etwa 20 Tagen erfolgen. Nach elf Wochen können die Jungfische bereits eine Länge von 9 cm erreichen.

„Geschichten“: Über Channa marulia, den „Pia chon ngu hao“, sind in Südasien zahlreiche Fabeln verbreitet, welche die Beliebtheit dieser Fische, die mancherorts als Haustiere gepflegt werden, zeigen (nach Hamilton [1882], Day [1878] und Smith [1945]):
Diesen Schlangenkopf als gut oder schlecht zu bezeichnen, bringt allemal Unglück. Die Karen von Ta- rin in Myanmar verzehren sein vorzügliches Fleisch nicht, denn der Schlangenkopffisch könnte ia ein wegen seines sündigen Lebenswandels verwandelter Mensch sein. Auch wird derjenige, der sein Fleisch trotzdem genießt, wiederum in einen Löwen verwandelt (die ja einmal bis nach Indien verbreitet waren). Und nicht zuletzt wird dem Schlangenkopffischbiss die Giftigkeit eines Kobrabisses nachgesagt!
Über den Wahrheitsgehalt dieser Erzählungen möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden: ich jedenfalls werde in Zukunft einen vorbildlichen Lebenswandel führen, um meinen Fischen nicht eines Tages im Aquarium Gesellschaft leisten zu müssen.

Literatur (Auswahl)
Baensch. H. A., & Riehl, R. 19851. Aquarien-Atlas, Band 2. Melle.
Brede, N., & Antler, P. 2009. Schlangenkopf-Fische. Die Gattungen Channa und Parachanna. Natur und Tier-Verlag, Münster, 1-62.
Day, F. 1878. The Fishes of India, Vol. 1 & 2. London.
Deraniyagaia. P. E. P. 1945. A new Subspecies among some Ophicepnalids ot Ceylon and India. Spolia Zeylanica 24, pari 2.
Dietel, A. 1987. Channa obscura und seine Verwandten. Aquarien Terrarien 34(10), 335-337.
Hamilton, F. 1822. An Account of the Fisches found in the River Ganges and its Branches. Edinburgh.
Hora, S. L. 1929. An Aid to the Study of Hamilton-Buchanan’s „Gangetrc Fishes“. Memoirs of the Indian Museum 9(4), 169-192.
Schäfer, F. 2017. Schlangenkopffische – alle Arten. AqualogNews Bookazine 3, 24-99.
Schmidt, J. 1989. Channa marulia marulia, der Augenfleck-Schlangenkopf. DATZ 42(2), 72-73.
Smith, H. M. 1945. The Fresn-Water Fishes of Siam or Tnailand. Washington.
Vierke, J. 1978. Labyrinthfische und verwandte Arten. Wuppertal-Elberfeld.

Channa marulia marulia, Großer Schlangenkopffisch, 3 Abb.: Hamilton 1822
Channa marulioides
Channa marulioides, Abbildung: Bleeker 1869

Channa: marulioides

Erstbeschreibung: Bleeker, P. 1851 Ophiocephalus marulioides. Vijfde bijdr. ichth. Borneo. Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch Indie II, p. 424.

Synonym: Ophiocephalus marulioides.

Flossenformel: D: 45-47 A: 30-31 C: 14
Verhältnis: 3.1-3.5, Ll: 55-58

Beschreibung: Alle Flossen sind braunlbläuich, aber der Rücken hat keine Bänder oder Markierungen. Die Schwanzflosse trägt im oberen Teil ihrer Basis einen schwarzen, weißringigen Ocellus. Die dunkelbraune Körperfärbung zeigt manchmal im mittleren, unteren Bereich sechs schwarze Balken, die zur Afterflosse hin nach unten geneigt sind.

Unterschiede in der Jugendfärbung: Bei 10 cm Länge ist der Fisch im Rückenbereich braun und zurBauchregion hin heller. Ein goldener Streifen verläuft von der Oberlippe des Kiefers durch das Auge und entlang der Flanken, bis er etwa bei ein Drittel der Körperlänge nach unten die Schwanzflosse erreicht. Ein breiteres, schwarzes Band verläuft neben und unter dem Goldstreifen. Diese beiden Farben verblassen nach einem kurzen Stück in der Schwanzflosse.
Vier oder fünf schwache, schwarze Flecken beginnen am Kopf und setzen sich auf der Rückseite über dem Goldstreifen fort. Sechs schwarze Balken neigen sich vom schwarzen Band nach unten zur Afterflosse. Der erste endet direkt vor der Afterflosse. Die Flossen sind transparent und die Schwanzflosse löffelförmig.
Größe: Erreicht eine Länge von 270 mm.

Unterarten: Drei Hauptunterschiede trennen C. marulioides und C. melanopterus von C. marulia (Smith 1945):

  1. Die Variabilität großer dunkler Flecken am Körper.
  2. Die Anzahl der Schuppenreihen zwischen Auge und Vorkern.
  3. Ob die Zähne groß oder klein sind.

Die folgende Tabelle vergleicht Details der ähnlichen C. marulioides, C. maruliua und C. melanopterus:
C. marulioides C. marulius C. melanoptera

  1. Flecken an der Seite. nein ja variabel
  2. Skalen 5 10 5
  3. Zähne klein groß klein

Im Lichte der Diskussion ergibt sich: C. melanopterus ist ein Synonym von C. marulioides und es wird vorläufig postuliert, dass C. marulioides eng mit C. marulia verwandt ist, obwohl die Arten geografisch getrennt sind.

Verbreitung: Dieser Fisch ist auf das Gebiet der Malaiischen Halbinsel und des indo-australischen Archipels beschränkt. Bestimmte Standorte: Malaiischen Halbinsel: Herre & Myers (1937), Tweedie (1949) und Borneo: Bleeker (1879).

Haltung und Pflege: Siehe bei Channa marulia.

Channa micropeltes, adult, circa 50 cm Länge, Roter Schlangenkopffisch
Channa micropeltes, juvenil, circa 15 cm Länge, Roter Schlangenkopffisch,
Abbildung: Bleeker 1869

Channa micropeltes – Roter Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Cuvier, G. & Valenciennes, A. 1831 Ophiocephalus micropeltes Ophicephales. Histoire Naturelle Poissons VVII, 427.

Synonyma: Ophiocephalus micropeltes, Ophiocephalus bivittatus, Ophiocephalus diplogramme, Ophiocephalus serpentinus, Ophiocephalus stevensii, Ophiocephalus studeri.

Schuppenformel: D: 42-47 A: 25-28
Verhältnis: 2.6-2.8, Ll: 82-110
Beschreibung: Die dunkel getönte Rückenflosse ist stark mit unregelmäßigen, schwarzen Längsbändern oder Flecken markiert, während die sporadisch cremeweiße Afterflosse ein schwarzes Längsband mit weiteren schwachen Markierungen aufweist. Der leicht dreieckig wirkende und fächerförmige Schwanzflosse ist dunkel mit leichten Markierungen im oberen Teil. Die Brustflossen sind gleichmäßig dunkelgrau, die Bauchflossen sind weiß oder cremefarben.
Auf dem Oberkörper befinden sich acht bis zwölf (Tweedie 1949: 15 bis 20) schmale, bläulichgrüne, unregelmäßige, vertikale Balken, welche die von einem messingblaugrünen Schimmer überlagerte Seitenlinie kreuzen. Der grünlichgraue Mittelteil umfasst einen Bereich um die Kiemendeckel, der türkis getönt ist. Es gibt große, durchgehende Bereiche mit schwarzen Flecken und hellgrau gefleckten Markierungen. Der untere Bereich bis zum Bauch ist normalerweise hellgrau.

Unterschiede in der Jugendfärbung: Die hellen Markierungen und vor allem der trage Längsstreifen dieses regelmäßig importierten Jungfischs könnten den unerfahrenen Aquarianer dazu verleiten, diesen Schlangenkopffisch für das Gemeinschaftsaquarium zu kaufen – mit schlimmen Folgen!
Die jugendliche Körperfarbe ist oberseits graugrün und unten ist der Bauch cremeweiß. Es gibt zwei schwarze, parallele Längsbänder. Das obere verläuft von der Schnauze durch das Auge bis zur Schwanzflossenwurzel, während das andere direkt über dem Mundwinkel beginnt und durch die Brustflossenbasis bis auf die Schwanzflosse verläuft. Der Zwischenraum zwischen diesen Bändern ist orange bis ziegelrot gefärbt, was mit zunehmendem Alter hellrosa wird (150 bis 300 mm Länge). Die Rücken- und Afterflosse sind in diesem Alter nicht markiert (Weber & de Beaufort 1922) und transparent. Von Malaysia beschreibt Tweedie (1949) mehrere Stadien der Farbphasen in Channa micropeltes und zeigt den roten Zwischenraum bei einer Größe von 150 mm (das mittlere Jugendstadium) bis etwa 280 mm. Danach brechen die Balken auf. die Zwischenräume werden fleckig grünlich bis schwarz und schließlich zum Erwachsenenmuster (400 bis 600 mm).
Größe: bis 1000 mm Länge.

Verbreitung: Die Verbreitung dieser bekannten Art umfasst Indien, Myanmar, Thailand, Vietnam, das Malaiische Archipel und die Inseln des indo-australischen Archipels.

Pflege: In Thailand wird er als Speisefisch hoch eingestuft und lebend in Wasserwannen auf den Markt gebracht. Wenn der Fisch lebend verkauft wird, wird er sofort betäubt und enthauptet. Als Raubfisch gilt er als nahezu unersättliche Kreatur, deren Lebensraum hauptsächlich große Flüsse oder Seen sind. Angesichts der oben genannten Umstände sind die Wasserbedingungen nicht kritisch, obwohl eine Temperatur zwischen 24 und 28 °C erforderlich ist. Auch für die West-Borneo-Region listet Vaas (1952) dieses große Raubtier auf, der Fische aller Größen, Garnelen, Krebse und Krabben als Nahrung bevorzugt.

Zucht: Der Fisch ist sehr aggressiv gegenüber anderen Fischen, insbesondere beim Schutz seiner Eier und es ist bekannt (wie bei anderen Channa-Arten), dass er zu diesem Zeitpunkt sogar Menschen angreift (Tweedie 1949).

Channa orientalis, Sri-Lanka-Schlangenkopffisch, Mämmchen
Channa orientalis, unten, Abbildung: Bloch & Schneider 1801

Channa orientalis – Orient-Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Bloch, M. E., & Schneider, J. G. 1801. Channa orientalis. Systema Ichthyologiae, Berlin, S. 496.

Synonyma: Deraniyagala (1929) gibt an, „dieser Fisch (C. orientalis) ist in der Farbe fast identisch mit O. gachua (später C. gachua kelaarti)“, zögert jedoch, die beiden Fische zu synonmisieren.
Myers & Shapalov (1931) machen in ihrer hervorragenden Neuklassifizierung der Channidae auf die großen Ähnlichkeiten der beiden Arten und insbesondere auf die Beziehung zwischen Form, Farbe und dem Fehlen oder Vorhandensein von Bauchflossen aufmerksam. Zum Abschluss ihrer Diskussion wurden die Fische jedoch als verschiedene Arten und im Fall von C. orientalis als Genotypus von Channa aufgeführt.

Flossenformel: D: 31-34 A: 20-22 P: 13-15 Höhen-/Längenverhältnis: 2,8-3,5 Ll: 36-42
Beschreibung: Die Färbung der Rückenflosse ist hellolivbraun und zeigt in der Mitte ein blaugrünes Band. Der äußere Rand ist orange bis gelb und die Spitzen der Strahlen sind hell und die Körperbänder kreuzen sich im letzten Teil. Die bläulichgrüne Afterflosse hat ein dunkeloliv- oder schieferfarbenes Längsband am Außenrand und wird ebenfalls von Körperbändern gekreuzt. Der runde Schwanz ist hellgelb gesäumt mit sieben dunklen Längsstreifen (die manchmal hellblau sein können). Die orangefarbenen Brustflossen haben vier bis sieben Querstreifen.
Auf dem Hintergrund des braunen Zimtoberkörpers befinden sich zehn bis 13 dunkle Balken auf dem Rücken. Der mittlere, untere Teil bis zum Bauch ist olivbraun, die Bauch- und Kehlfärbung ist bläulichgrün. Es gibt auch dunkle, w-förmige Querbänder in den Flanken.
Der Kopf trägt eine dunkle Seitenlinie von der Schnauze über das Auge bis zum Riemendeckel. Mehrere andere Linien kreuzen die Oberseite des Kopfes. Gelegentlich schmückt eine Reihe winziger, schwarzer Flecken die Seiten.

Anmerkung: Myers & Shapovalov (1931) diskutierten in ihrer grundlegenden, taxonomischen Neuklassifizierung ausführlich die Unterschiede zwischen Ophicephalus und Channa und lehnten erstere als generisches Taxon ab. Dies beruhte auf einem Vergleich von O. gachua (mit Bauchflossen) und C. orientalis (ohne Bauchflossen) durch eine detaillierte Analyse der folgenden Punkte:
1) Die Gattungen Ophicephalus und Channa waren zuvor durch das einzige Merkmal der vorhandenen oder fehlenden phylorischen oder coecalen Anhänge getrennt worden.
2) Hora (1921) und Deraniyagala (1929) stellten fest, dass die phylorischen Caeca sowohl in O. gachua als auch in C. orientalis vorhanden waren.
3) Deraniyagala (1929) gibt an, dass die srilankischen Arten O. gachua (später Channa gachua) und C. orientalis hinsichtlich des wichtigen Charakters von Kopfschildmustern (Schuppenmustern) auf dem Kopf nahezu identisch waren.
4) Deraniyagala (1929) gab auch eine detaillierte Beschreibung der beiden Arten und fand keine signifikanten Unterschiede (abgesehen vom Merkmal der Bauchflossen).
5) Die Brustflossen und die Gesamtfärbungen beider Species sind ähnlich.
6) O. gachua und C. orientalis können im gleichen Biotop gefunden werden.
7) Quoting Day (1878-1888) schrieb: „Ss ist in Indien nicht ungewöhnlich, Exemplare von Ophicephalus gachua mit einem Mangel an Bauchflosse zu finden, aber ich habe nicht beobachtet, dass beide fehlen“.
8) Ein Exemplar von O. gachua ohne beide Bauchflossen wurde von Leo Shapovalov auf der Insel Formosa gefangen.
Die Autoren (Myers & Shapovalov 1931) bekräftigten nach den strengen Regeln der Zoologischen Nomenklatur (Vereinigung der beiden Gattungen und einschließlich der afrikanischen Arten), dass Ophicephalus in die einzige Gattung Channa aufgenommen wird. Als sie zu dem Schluss kamen, dass C. orientalis als eine „Reihe anomaler Exemplare“ angesehen werden kann, zögerten sie seltsamerweise nach einer ausgezeichneten Diskussion auf der Grundlage der Artenverschmelzung (wie Deraniyagala 1929), die Fische separat aufzulisten als C. orientalis und C. gachua.
Die Unterschiede zwischen C. orientalis und C. gachua sind jedoch folgende:
1) C. orientalis ist auf Sri Lanka (ehemals Ceylon) endemisch.
2) C. gachua erreicht eine größere Länge als C. orientalis.
3) C. orientalis besitzt niemals Bauchflossen, während C. gachua im Allgemeinen Bauchflossen besitzt.
4) Das Brutverhalten von C. orientalis besteht darin, ihre Eier im Maul auszubrüten, während C. gachua, sensu lato, maulbrütet, ein Nest baut oder die Eier verstreut.
5) Im Allgemeinen ist C. orientalis die farbigere Art.
6) Das C. orientalis-Weibchen verfüttert Nähreier an die Jungen.

Unterschiede bei Jungfischen in der Färbung: Die jungen Fische haben eine Grundfarbe von blassrot bis -gelb, bedeckt von einem mäandrierenden, seitlichen Orangenstreifen von der Schnauze bis zur Schwanzflosse. Es gibt ein ähnliches Kopfband und die Streifen sind bei einer Größe von 50 mm am deutlichsten. Manchmal ist in der zweiten Hälfte der Rückenflosse ein Augenfleck (gelegentlich auch mehrere) bei Jungtieren mit einer Länge von 25 bis 53 mm zu sehen (Deraniyagala 1929).
Größe: Maximalen Länge bis 150 mm.

Verbreitung: Sowohl Deraniyagala (1929) als auch Munroe (1955) führen diesen Fisch als auf Sri Lanka endemisch auf.

Pflege: In seinem natürlichen Lebensraum befindet sich der Fisch in sauberen Süßwasserbecken in den Verläufen von Bächen. C. orientalis wurde auf Sri Lanka von Bachmann, Ettrich, Roth und Vierke (1986) gefunden. Das Wasser hatte einen Wert von 6,3 pH bei einer Temperatur von 24 °C. Er wird am besten in einem Aquarium mit gefiltertem Wasser gehalten, da diese Art nicht so robust zu sein scheint wie die eng verwandte C. gachua. Wenn mehrere erwachsene Fische gehalten werden sollen, muss ein großes Aquarium bereitgestellt werden, da sie gelegentlich streiten und sich schwere Verletzungen zufügen oder sogar Todesfälle verursachen. Sie können sehr gut aus dem Wasser springen, daher ist eine dicht schließender Abdeckung erforderlich. Im Aquarium können sie darauf trainiert werden, Tierherzen, Würmer und Ersatzfutter aufzunehmen.

Zucht: Roth (1985) konditionierte sein Paar C. orientalis zuerst auf Tierherz und dann auf kleine, lebende Fische. Letzteres ist jedoch unnötig, da C. orientalis kein Fischfresser ist. Ettrich hielt sie sogar gemeinsam mit Malpulutta kretseri, ohne Verluste zu verzeichnen. Mit jedem Tag wurden die gut ernährten Fische bunter. Ein schönes Stahlblau ersetzte die gelbbraune Körperfarbe. Die Farben der Ränder in den Flossen wurden intensiver.
In der Ecke des Aquariums wurde eine große Kiesfläche entfernt. Nach dem Laichen mit Umschlingung war der Kehlsack des Männchens aufgebläht und etwa zehn Tage später tauchten 80 bis 100 Jungfische mit einer Länge von ungefähr 3 mm aus dem Mund auf. Sie suchten nach den Algen an der Seite des Aquariums, wurden von der Mutter mit Laich ernährt und hatten sich in zwei Wochen in der Länge verdoppelt. Der Vater bewachte die Jungen noch im Alter von acht Wochen.
Wie dargestellt, besteht ein weiterer Unterschied zwischen dieser Art und dem eng verwandten C. gachua, sensu lato, im Brutverhalten: C. orientalis inkubiert seine Eier im Maul, während einige Aufzeichnungen darauf hinweisen, dass die Brut von C. gachua in Indien in einem wässrigen Nest aufgezogen wird (Mookerjee et al. 1950). Letztere „Art“ wird heute allerdings in zahlreiche Arten aufgeteilt, sodass unterschiedliche Brutpflegeverhaltensweisen zu erwarten sind.
Ettrich (1982, 1989) gab an, dass C. orientalis neun bis zehn Tage lang Eier trug und 40 Junge produzierte, während C. „gachua“ von Sri Lanka die Eier nur drei bis vier Tage lang trug und bis 200 Junge produzierte. Die Eier schwammen und wurden vom Vater ins Maul genommen. Das C. orientalis-Weibchen gab jedoch schwebende Eier ab, die von den Jungfischen gefressen wurden. Unterschiede im Verhalten der Brut wurden ebenfalls festgestellt.Der Unterschied in der Eizahl ist aber möglicherweise auf das Alter und eine unterschiedliche Erfahrung der Eltern zurückzuführen.

Channa orientalis, Sri-Lanka-Schlangenkopffisch, Weibchen
Channa pleurophthalma, Augenfleck-Schlangenkopffisch

Channa pleurophthalma – Augenfleck-Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Bleeker, P. 1850 Ophicephalus pleurophthalmus. Specierum Diagnosticae, Osphromenoidei. Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch Indie, Vol. I, S. 270.

Synonyma: Ophicephalus pleuropthalmus, Ophiocephalus pleuropthalmus, Ophicephalus spiritalis, Ophiocephalus pleurophthalmus

Schuppenformel: D: 40-43 A: 28-31 C: 14
Verhältnis: 2,8-3,0, Ll: 50-58

Beschreibung: Die transparenten Flossen zeigen undeutliche, helle und dunkle Querbalken. Die Oberkörperfarbe ist bräunlich bis blau. Der Mittelteil ist graubraun mit vier bis sechs schwarzen Ocelli (Augenflecken, dunkle Punkte, umgeben von einem gelblichen Ring) seitlich entlang des Körpers. Der erste Ocellus befindet sich teilweise am Kiemendeckel, der zweite (der manchmal fehlt) über dem Anus und die nachfolgenden Flecken sind ungefähr gleich weit voneinander entfernt, die längste Spanne liegt zwischen den Occeli 5 und 6. Das Färbung des unteren Körperbereichs ist meist gelblichweiß.
Der Körperquerschnitt des vorderen Bereichs dieses Fischs ist tiefer als breit, was ungewöhnlich ist, da die meisten Schlangenköpffische hier gerundet sind. Auf dem Kopf verlaufen zwei dunkle, parallele Bänder vom Auge schräg nach unten.
Unterschiede in der Jugendfärbung: Bei 150 mm Länge ist die Farbe der Flanken und des Oberkörpers hellgrün. Der Unterkörper und der Bauch sind hellgelb. Die typischen Ocelli sind an den Flanken bereits zu sehen. Die Seiten des Körpers sind hellbraun gefärbt (Weber & de Beaufort 1922).
Größe: Wächst auf eine Länge von über 400 mm heran (Channa pleurophthalma var. spiritalis = 280 mm).

Unterart oder Variante:
Channa pleurophthalma var. spiritalis
Erstbeschreibung: Fowler, H. W. 1904 als Ophicephalus spiritalis. Eine Sammlung der Fische von Sumatra. Journal Academy Naturwissenschaften Philadelphia, Vol. 12, S. 530-531 & Plate IX.
Flossen- und Schuppenformeln: D: 39 A: 28 P: 17 V: vorhanden, Verhältnis: 3,0, Ll: 55
Beschreibung: Alle Flossen haben eine dunkle Pigmentierung. Der Rücken und der Analbereich weisen vorn schräge, horizontale, schwärzliche Linien auf, die mehr oder weniger parallel zur Schwanzflosse verlaufen. Auf dem Schwanz befindet sich ein fleckiges, undeutliches schwärzliches Muster. Die Brustflossen haben vier bis fünf schwärzliche, vertikale Querbalken.
Die Hintergrundfarbe des Oberkörpers erscheint dunkel oder schwarz, während der Mittelteil mehr oder weniger braun und schwarzbraun gefleckt ist. Der weißliche oder braune untere Teil weist einen blassen Streifen auf, der vom Riemendeckel ausgeht und darunter befinden sich vier bis fünf große, schwärzliche Flecken. Ein dunkler Streifen kreuzt sich schräg vom Auge zum Riemendeckel, während ein ähnlicher vom unteren Augenrand aus zu sehen ist. Der Riemendeckel trägt auch einen dunklen Fleck.

Diskussion: Fowler fasste die Beziehung dieser Channa-Art mit anderen, verwandten Arten zusammen und erkannte die Ähnlichkeiten in den Markierungen von C. spiratis mit C. lucia und C.pleurophthalma. Etwa 18 Jahre später verwiesen Weber & de Beaufort (1922) auf die Möglichkeit einer Hybridisierung zwischen C. lucia und C.pleurophthalma (obwohl auf diesem Gebiet bis heute nur sehr wenig Forschungsarbeit geleistet wurde). Sie entschieden jedoch schließlich aufgrund der niedrigeren Schuppenzahl von C. spiritalis (3 Schuppen weniger als der Längsparameter von C. lucia), sodass es sich um ein Synonym von C. pleurophthalma handeln sollte.

Verbreitung: Dieser sehr attraktive und leicht zu identifizierende Schlangenkopffisch ist auf folgenden großen Inseln zu finden:
Borneo: Wo Hardenberg (1936) behauptet, es sei ein gewöhnlicher Fisch, Bleeker (1879), Vaas (1952), Vaillant (1902), Weber & deBeaufort (1922).
Sumatra: Vaas et al. (1953), Bleeker (1879), Weber & de Beaufort (1922).
Fowler (1904) beschreibt Channa pleurophthalma var. spiritalis aus Padang auf Sumatra, wo sowohl C. lucia als auch C. pleurophthalma gefangen werden können (Weber & de Beaufort 1922).

Pflege: C. pleurophthalma bewohnen die Seen und Flüsse im Westen Borneos und zahlreiche Gewässer auf Sumatra (siehe bei C. bankanensis). Nach Angaben einheimischer Fischer sollen sie Fische aller Größen, Garnelen, Krebse, Krabben und Insekten verzehren, Bleeker (1879); Weber & de Beaufort (1922).

Channa pleurophthalma, Augenfleck-Schlangenkopffisch, Abb.: P. Bleeker 1869
Channa punctata, Gepunkteter Schlangenkopffisch, Abb.: Bleeker 1869

Channa punctata – Gepunkteter Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Bloch, M. E. 1793 Ophicephalus punctatus. Naturgeschichte ausländischer Fische 7, S. 139.

Synonyma: Ophicephalus punctatus, Ophiocephalus punctatus, Ophiocephalus affinis, Ophiocephalus indicus, Ophiocephalus lata, Ophiocephalus karrouvei, Ophiocephalus karruwey.

Flossenformel: D: 29-32 A: 20-23 C: 12-14
Verhältnis: 2,9-3,0, Ll: 34-40

Beschreibung: Diese Beschreibung aus Deraniyagala (1929) gilt für die Form von Sri Lanka. Die unpaaren oberen und unteren Flossen haben eine dunkelhellgelbe bis olivgrüne Farbe mit einem hellgoldenen Rand (auch die Caudalia) und eine glänzende, grüngoldene Auflage. Die Markierungen auf dem Rücken sind vier bis fünf Längsreihen von Punkten; Die untere Reihe ist die größte. Seitlich an der Afterflosse (unten) befinden sich drei bis vier Fleckenreihen. Das hellgelbe bis dunkelolivgrüne, abgerundete Caudalis trägt jeweils vier bis fünf dunkle Querbänder mit einem helloliven Querband. Die runde Schwanzflosse ist ebenfalls zu sehen. Auf den Brustflossen sind fünf Querbänder angeordnet.
Am Körper bestehen die Markierungen im oberen, olivgrünen und seitlichen, grünlichgelben Bereich aus einer gut definierten schwarzen Schultermarkierung über der Brustflosse und sechs bis sieben dunklen, dreieckigen Querbändern, die von der Basis der Rückenflosse zur Seitenlinie abfallen . Gelegentlich von Glanzschuppen überlagert, gibt es zahlreiche, winzige, schwarze Flecken. Die Grundfärbung von Weiß und Hellgrün mischt sich bauchseits zu Gelb, wo zehn dunkle Streifenauffallen.
Der Mundboden ist manchmal, bläulichgrün. Auf dem Kopf verläuft ein gut definierter, brauner Streifen von der Mitte des Auges bis zur oberen Ecke des Riemendeckels, ein anderer verläuft vom Auge bis zum Mundwinkel nach unten und erstreckt sich ebenfalls bis zum Operculum. Hier können auch zwei bis drei Fleckenpaare und drei bis vier Punkte angezeigt sein.

Unterschiede in der Jugendfärbung: Auf Sri Lanka haben die Jungfische einen schokoladenfarbenen Körper mit drei gelben Streifen, die ventral heller sind. Es gibt auch einen goldenen Seitenstreifen von der Schnauze durch das Auge bis zur Mitte der Schwanzflosse. Bei 13 mm Länge erscheinen schwarze Körperschuppen zusammen mit drei dunklen Streifen auf der Schwanzflosse. Die Erwachsenenfärbung erreichen sie ab eine Länge von 70 mm (Deraniyagala 1929).
In Indien bezieht sich Banjeri (1974), der 20 Tage alte Brut beobachtete, auf die charakteristischen, schillernden, zitronengelben und stumpf wirkenden Längsfleckenbänder. Bei 150 mm sind die Fische auf der Oberseite dunkelbraun und zeigen unten eine hellere, cremfarbene Farbe. Flecken und Punkte bedecken den Fisch, überall von einer glänzenden grün goldenen Auflage überlagert.
Länge: bis 350 mm.

Varianten:
C. punctata-Form A:
Diese Variante wurde erstmals von Dhar & Chatterjee (1984, 1986) nach einer dreijährigen Studie dokumentiert. Eine Chromosomenzahl von 34 wurde aufgezeichnet und ihr geografischer Standort war die Gauhati North Bank, in Assam in Indien. Exemplare der gleichen Form A wurden aus dem Fluss Yamuna in Delhi in Indien wurde auch von Nayyar (1966) festgestellt.

C. punctata-Form B:
Diese Variente besitzt 32 Chromosomen. Sie scheint eine größere Streuung zu haben, obwohl weitere Forschung erforderlich ist, um ein umfassenderes Muster der geografischen Verteilung zu erhalten. Sie ist bekannt aus Gauhati South Bank, Silchar, Shillong (Dhar & Chatterjee 1984, 1986) und Kalyani, Westbengalen (Manna & Prashad 1974).

C.punctataForm aus Bengalen:
Shaw & Shebbeare (1937) beschreiben einen bräunlicheren Fisch mit zwölf Strahlen in der Schwanzflosse. Im Gegensatz zu anderen Formen ist die Brustflosse nicht gefleckt oder gestreift und weist eine überdurchschnittlich hohe laterale Schuppenzahl auf (37-40).

Verbreitung: Dieser Fisch ist in ganz Indien, Pakistan, Bangladesh, auf Sri Lanka und in Myanmar verbreitet. Meldungen außerhalb dieses Gebiets müssen mit Vorsicht aufgenommen oder auf menschliche Eingriffe zurückgeführt werden.

Pflege: Von Indien behaupten Qayyum & Qasim (1962), dass es einer der häufigsten Süßwasserfische in diesem Land sei und in Teichen und Flüssen lebt.
Sie sind auch in künstlich angelegten Teichen (Chaunan 1947) zu finden, die künstliche, mehr oder weniger quadratische Wasserbehälter (von einer halben bis 10 ha Fläche) mit hohen Böschungen darstellen. Diese werden von den Einheimischen zum Baden, Waschen und auch für Trinkwasser verwendet.
Der Fisch wird von den Menschen auf Sri Lanka als zweitwichtigster Speisefisch bezeichnet und kann auf den meisten Märkten im Verkauf gesehen werden. Sein Lebensraum umfasst Teiche und große Wasserbehälter im Flachland, aber selten im fließenden Wasser.
Obwohl dies ein mittelgroßer Schlangenkopffisch ist und er sogar unter ungünstigen Bedingungen überleben kann, bevorzugt C.punctata gefiltertes Wasser, jedoch ohne viel Wasserbewegung. Wassertemperatur und pH-Wert können von üblichen Aquarienbedingungen sein.
Futterfische wie kleine Barben werden in Indien als Lebendfutter verwendet (Jhingran 1982), aber diese können im Aquarium durch Tierherzen, Würmer und Insektenlarven ergänzt werden.

Zucht: Geschlechtsunterschiede wurden von Jhingran (1982) erwähnt, von dem festgestellt wurde, dass das Männchen schwarze Flecken auf seinem gelben Unterbauch hat. Die Weibchen können durch die diffusen, schwarzen Flecken im ventralen Bereich sowie ihren oft geschwolleneren Bauch unterschieden werden. Abgesehen von letzterem Merkmal sind mir jedoch keine eindeutigen und immer zutreffenden Unterschiede aufgefallen oder bekannt geworden.
Temperaturen von 26 bis 29 °C, die durch kühles Regenwetter verursacht werden, sind ein wichtiger Faktor zum Laichen sowie bei der Larvenentwicklung (Banjeri 1974). Die gestreiften C. punctata-Jungen wurden zu verschiedenen Jahreszeiten in Sri Lanka gesammelt, was darauf hindeutet, dass sie keine festgelegten oder mehrere Brutzeiten haben.
Die bernsteinfarbenen Eier von etwa 1,2 mm Durchmesser werden in seichtem Wasser gelaicht, wo kein Nest gebaut wird. Wie alle Schlangenkopffischeier enthalten sie eine Ölkugel im Eigelb und schwimmen unter der Oberfläche (Deraniyagala 1929). Das Schlüpfen erfolgt nach 24 Stunden bei 26,5 bis 28 °C, wenn die mattbraunen Larven 2,7 mm lang sind und nach 20 Tagen 7,2 mm messen (Banjeri 1974). Sie werden von beiden Elternteilen, insbesondere dem Weibchen, bewacht, die selbst bei Hunger ihren Nachkommen keinen Schaden zufügen (Qayyum 1962). Die von den jungen C.punctata in einer Größe von 15 bis 30 mm verzehrten Lebendfuttersorten sind hauptsächlich Cyclops und Daphnida (Qayyum & Qasim 1962). Die Jungfische wurden im seichten Uferwasser gefunden.

Channa striata, Gestreifter Schlangenkopffisch, Abb.: Bleeker 1869
Channa striata (Syn. Ophucephalus cyanospilos), Abb.: Bleeker 1869
Channa striata (Syn. Ophicephalus striatus), Gestreifter Schlangenkpffisch, Abb.: Bloch 1793

Selbstverständlich dürfen solche ausgesprochenen Raubfische nicht mit kleineren Arten oder Artgenossen gemeinsam gehalten werden, zumindest dann nicht, wenn sie nicht als Futterfische dienen sollen. Obschon dieser Schlangenkopffisch bis 1 m lang werden soll, ist der Eintritt der Geschlechtsreife auch bei wesentlich kleineren Fischen zu erwarten. Genauere Zuchtangaben liegen über Channa orientalis vor, der interessanrerweise ein Maulbrüter ist und ihre Jungen sehr lange, bis zu einer Größe von 4 bis 5 cm, pflegt und ernährt. Channa striata baut hingegen ein einfaches Pflanzennest und bringt seine schwimmenden Eier darin unter.

Channa striata (Bloch, 1793), Gestreifte Schlangenkopffische

Da diese Fische recht langsam wachsen, sind sie als Jungfische eingeschränkt für die Aquaristik tauglich, vor allem dann, wenn verhaltenskindliche Beobachtungen angestrebt werden. Zum Erwerb dieser Fische ist allerdings nur dann zu raten, wenn der spätere Verbleib der großen Exemplare vorab geklärt werden konnte (z. B. Museum, Schauaquarium).
Synonyma sind (u. a.): Ophicephalus striatus, Ophiocephalus striatus, Ophiocephalus chena, Channa cyanospila, Ophiocephalus cyanospilos, Ophiocephalus planiceps, Ophiocephalus sowarah, Ophiocephalus vagus und Ophiocephalus wrahl.

Innerartliche Aggression: Eigentlich sind die Gestreiften Schlangenkopffische, Channa striata, zur Aquarienpflege gut geeignete Tiere. Wenn sie auch, selbst in der Jugendfärbung, nicht so ansprechend bunt gezeichnet sind wie einige andere Schlangenkopfarten, etwa Channa micropeltes oder Channa orientalis, so ist doch ihre schräge, dunkle Querstreifung auf hellsilbergrauem Grund nicht unattraktiv.
Unter gleichgroßen Artgenossen und in Gesellschaft größerer Tiere sind die Gestreiften Schlangenkopffische jedoch gut zu pflegen. Lediglich bei der Fütterung mit lebenden Fischen kennen die sonst verträglichen Fische keine Zurückhaltung, und irrtümlicherweise verbeißen sie sich dann auch einmal ineinander. So können Wunden entstehen, welche die robusten Tiere aber in der Regel gut überstehen. Bei größeren Wunden zeigen die neugebildeten Schuppen dann eine dunklere Färbung, sodass ehemalige Verletzungen noch lange ihre Spuren zeigen.

Ernährung: Channa sind in der Fütterung keinesfalls auf lebende Fische angewiesen, sie nehmen auch gröberes Futter, wie Garnelen, Rinderherzstücke und Forellenpellets. Als Lebendfutter können wir Insekten und deren Larven oder auch Regenwürmer anbieten. Längere Hungerkuren überstehen alle größeren Schlangenkopffische nicht nur gut, sondern sie scheinen auf längere Sicht sogar für ihr Wohlbefinden notwendig zu sein.Außerhalb der Fütterungszeit zeigen sich die Schlangenkopffische alsgesellige Tiere, die oftmals gemeinsam in – vor allem nach oben – Deckung bietenden Verstecken liegen. Überhaupt zeigen sich in der Mehrzahl gehaltene Channa striata als scheu. Dagegen können vergesellschaftete oder einzeln gehaltene Tiere zutraulich und neugierig werden und dann sogar Futter aus der Hand nehmen. In Anbetracht der Größe des Mauls und der zwar sehr kleinen, aber spitzen und wie Sandpapier mit Widerhaken wirkenden Zähne, ist hierbei jedoch Vorsicht angebracht.

Pflege: An das Wasser stellen diese Fische keine großen Ansprüche, was aufgrund ihrer weiten Verbreitung von Indien über Sri Lanka, Thailand, Malaysia bis zu den Sunda-Inseln und den Philippinen nicht verwunderlich ist. Wir sollten den Quergestreiften aber entgegenkommen und für eine Wasserhärte zwischen 10° und 20° dGH und einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert sorgen. Regelmässiger Wasserwechsel ist bei dem hohen Stoffwechselumsatz der Tiere für den verantwortungsbewussten Aquarianer ja sowieso selbstverständlich.
Zur Beckeneinrichtung seien viele Versteckmöglichkeiten, vor allem mit Moorkienholz und robusten Pflanzen empfohlen. Dann schwimmen die Fische auch häufiger umher, während sie bei wenigen Verstecken scheuer bleiben und versuchen, von dort aus Beute zu machen, ohne sich den Blicken des Pflegers auszusetzen. Man kann also sagen: Je mehr Verstecke, desto leichter sind die Tiere zu beobachten. Empfindlicher Pflanzenwuchs verbietet sich aufgrund der Robustheit der Tiere. Obwohl Pflanzen nicht gefressen werden, knicken dünne Stengel leicht, und schlecht verwurzelte Exemplare werden durch das oft stürmische Verhalten ausgerissen. Pflanzenwuchs entspricht ihrem natürlichen Lebensraum — Tümpel oder langsam fliessendes Wasser, auch Brackwasser — eher, als nur mit Steinen oder Holz dekorierte Becken.

Vermehrung: Obwohl keine äußerlichen Geschlechtsunterschiede erkennbar sind, könnte mit einer Gruppe dieser Tiere in sehr großen Aquarien die Zucht gelingen. Mir selbst liegen keine Zuchtberichte vor, doch soll Matte 1896 in Berlin die Vermehrung gelungen sein. Danach schwimmen die Eier der Gestreiften Schlangenköpfe an der Oberfläche und werden, wie auch später die Brut, von den Eltern betreut.
Auf Sri Lanka vermehrt sich der gestreifte Schlangenkopf mehrmals im Jahr, während er sich auf den Philippinen jeden Monat des Jahres fortpflanzen soll. Es wird ein grober Versuch unternommen, ein Nest zu bauen, hauptsächlich mit Blättern von Wasserpflanzen, und es in der Regel zwischen dichter Vegetation versteckt. Bis zu 2500 schwimmende, bernsteinfarbene Eier von etwa 1,5 mm Durchmesser werden gelaicht, die in der Natur bereits nach 24 Stunden und nach etwa 48 Stunden im Aquarium bei 23 °C schlüpfen. Die Larven sind dann 2,6 bis 3 mm lang. Wie bei anderen Schlangenkopffischen hängen die Schlupfrate und der -zeitraum sehr von der Intensität der Sonneneinstrahlung und somit der Wassertemperatur sowie dem Sauerstoffgehalt ab.
Die Larven ernähren sich zu diesem Zeitpunkt von ein- oder wenigzelligen Algen, Protozoen und insbesondere Rotiferen. Sieben Tage nach dem Schlupf haben sie eine Länge von 6,2 mm erreicht und kommen gemeinsam erstmals an die Oberfläche, um Luft zu holen. Bis sie 5 cm erreichen dauert die Postlarvalphase und sie verbrauchen sie große Mengen an Daphnien und Hüpferlinge. Die Jungfische schwimmen in einer Gruppe herum und ein Elternteil bewacht sie jederzeit. Jene Jungtiere, die Krankheiten und Raubtiere, einschließlich ihrer Eltern, wenn sie hungrig sind, überleben, ernähren sich ausschließlich von Nahrung tierischen Ursprungs wie Garnelen, Krebse, Wasserinsekten sowie deren Larven und kleinen Fischen. Channa striata erreicht normalerweise bei etwa 30 cm Länge und einem Alter von zwei Jahren die Geschlechtsreife.

Weiteres: Die Tatsache, dass es zum Beispiel von Channa gachua (sensu lato, im weiteren Sinne) verschiedene Populationen mit und ohne Bauchflossen gibt, war ein wesentlicher Grund dafür, dass die Gattung Ophicephalus einbezogen wurde, sodass heute für fast alle asiatischen Schlangenkopffische die Gattungsbezeichnung Channa gültig ist. Afrikanische Schlangenköpfe werden der Gattung Parachanna zugeordnet. Obwohl die Schlangenkopffische wie die Anabantiden über ein akzessorisches Atemorgan verfügen, bilden sie eine eigene systematische Familie Channidae. Die Ausbildung des Labyrinths stellt also eine parallele, analoge Entwicklung dar. Komplexes Fortpflanzungsverhalten mit Brutpflege ist nach oberflächlicher Ansicht viele Aquarianer den Cichliden vorbehalten, wobei diesen Pflegern viele interessante und schöne Beobachtungen mit Fischen anderer Familien entgehen.

Literatur (Auswahl)
Bloch, M. E. 1793. Naturgeschichte der ausländischen Fische VII. Berlin.
Errtich, G. 1982. Das Schlangenkopffisch-Männchen entpuppte sich als Maulbrüter, Aquarien-Magazin, 11.
Brede, N., & Antler, P. 2009. Schlangenkopf-Fische. Die Gattungen Channa und Parachanna. Natur und Tier-Verlag, Münster, 1-62.
Schäfer, F. 2017. Schlangenkopffische – alle Arten. AqualogNews Bookazine 3, 24-99.
Schmidt, J. 1987. Gestreifte Schlangenköpffische, Channa striata (Bloch, 1793). aquaria 34(9), 140-143. = 1988. Gestreifte Schlangenköpfe im Aquarium: Channa striata (Bloch, 1793). Der Makropose xx, 173-175. = 1988. Poissons a tete de serpent rayes en aquarium Channa striata (Bloch 1793). Le Macropode 5(3), 69-72.
Vierke, J. 1978. Labyrinthfische und verwandte Arten. Engelbert-Pfriem- Verlag, Wuppertal-Elberfeld, 1-232. (Hier umfangreiche, weitere Literaturhinweise.)
Vierke, J. 1982. Asiatische Schlangenköpfe im Heimatgewässer und im Aquarium. Der Makropode, Journal der IGL, 4(6), 66-72.
Vierke, J. 1983. Das Labyrinther-Porträt Nr. 14, Channa striata. Der Makropode, Journal der IGL, 5(4), 77-80.

Channa striata, Gestreifter Schlangenkopffisch
cParachanna obscura, Foto: in memoriam Bernd Bussler

Parachanna obscura, Dunkelbrauner Schlangenkopffisch

Erstbeschreibung: Günther, A. 1861. Ophiocephalus obscurus. Catologue of the Acanthoperygian Fishes in Collection of the British Museum, London Vol.3, 476.

Flossenformel: D: 40-45 A: 26-32 C: rounded, Verhältnis: 29.7-35.5 %, Ltr.: 62-78

Synonyma: Channa obscura, Ophiocephalus obscurus und Parophiocephalus obscurus.

Beschreibung: Der Oberkörper ist oliv bis ockerfarben gefärbt und weist acht unregelmäßige, schwarze Flecken auf. In der grauen Mittelregion gibt es bis zehn unregelmäßige, schwarze Flecken, die vom Bereich hinter den Brustflossen bis zum Schwanzstiel verlaufen. Der hellgelbe Bauch trägt unregelmäßige, braune und dunkelgraue Flecken.
Der Kopf hat einen schwarzen Fleck und ein breites dunkles Band, das vom Auge bis zum hinteren Kiemendeckelrand verläuft. Zwei schwarze Linien entwickeln sich jeweils in einem Abwärtsbogen bis zum unteren Rand der Kiemendeckel. Die Kopfeoberseite ist fast schwarz und unter dem Kinn ist ein weißer Marmoreffekt sichtbar.
Alle grautransparenten Flossen sind schwarz und weiß gefleckt. Alle oben genannten Markierungen können sich jedoch mit dem Alter und der Stimmung des Fischs erheblich ändern. Die Nasenlochröhren sind kurz.

Unterschiede in der Jugendfärbung: Boulenger, G. (1916) schrieb (Übersetzung): „Jungfische zeigen ein breites, seitliches Band von der Wurzel der Schwanzflosse, bis zu einem kleinen, schwarzen, hellrandigen Kiemendeckelfleck.“ Wenn der Fisch größer wird, ist die Gesamtfarbe ein meliertes Grau mit dunkleren Bereichen. Größe: bis 42 cm Gesamtlänge.

Verbreitung: Dieser kräftige Schlangenkopffisch ist über ein weites Gebiet in ganz Afrika verbeitet, vom Senegal bis zum Weißen Nil und nach Süden bis zum Kongo. Genaue Standorte werden von Boulenger (1916) und Bonou & Teugels (1985) angegeben.

Pflege: Parachanna obscura ist der am häufigsten in Aquarien gehaltene afrikanische Schlangenkopffisch. Die Wassertemperatur eines 2 m-Aquariums, für zwei Fische, sollte zwischen 24 und 28 °C liegen und mit einem einfachen Filter.

Zucht: Vitamine wurden von Walter Armbrust (1963) verwendet, um die Zucht auszulösen. Das Laichen erfolgte eine bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang. Das Aussehen des Männchens änderte sich von einer braunen Körperfarbe in ein strahlendes Blau. Die normalerweise dunkelbraunen Flecken an den Flanken wurden zu einem tiefen, dunklen Stahlblau. Während die hellen Flecken auf den Flossen der Partnerin blau wurden, verwandelten sich die braunen Flecken auf ihrem Körper in einen tieferen, dunkelbraunen Farbton, der einen scharfen Kontrast zum beigefarbenen Untergrund bildete. Die Spitzen der Brustflossen beider Fische waren silberweiß.
Die Partner umkreisten sich in einem offenen Bereich einer Schwimmpflanzenschicht. Das Kreisen wurde intensiver und dann schwamm das Männchen über den Rücken des Weibchens und wickelte seinen Körper um ihren. In diesem Moment lagen die Geschlechtsorgane nebeneinander. Das sich umschlingende Paar drehte sich um und rollte sich dann im Wasser zusammen. Das Laichen dauerte 10 bis 20 Sekunden, dann entspannten sich beide Fische und nach einer kurzen Pause begann der Fortpflanzungsvorgang erneut. Nach mehreren Scheinpaarungen wurde in einer einzigen echten Paarung gelaicht. Das Weibchen zeigte danach leichte Schäden an den Flossen, was beweist, dass das Laichen nicht ganz friedlich verlief.
Mehr als 500 Eier waren an der Wasseroberfläche verstreut, obwohl ein Bereich mit einem Durchmesser von 30 cm, in dem das Scheinlaichen stattfand, frei von Eiern war. Es ist davon auszugehen, dass in der Natur die Pflanzen, welche die Laichstelle bedecken, die Eier verbergen. Beide Fische bewachen die gelb gefärbten Eier, die jeweils etwas kleiner als ein Senfkorn sind. Nach 24 Stunden schlüpfen die Larven. Diese Eier sind sehr schnell sehr licht- und pilzempfindlich.
Aufgrund der großen Dottersäcke werden die kleinen Schwänze der Brut kaum bemerkt. Die Jungfische hängen drei Tage lang mit ihren Bäuchen an der Wasseroberfläche und können nach dieser Zeit freischwimmen. Eine Woche später kann beobachtet werden, wie sie sich zum ersten Mal von Mikrowürmern, Salinenkrebschen und Cyclopsnauplien ernähren. Wenn die Jungfische ungefähr fünf Wochen alt sind, fressen sie eintägige Guppys und nach acht Wochen nehmen sie kleine Regenwürmer. Der Weibchen sollte nicht im Aquarium bleiben, da es zum späteren Zeitpunkt seine Jungen fressen würde.

Literatur
Armbrust, W. 1963. Zucht des Schlangenkopfes Ophicephalus obscurus. DATZ 16(10), 298-301.
Armbrust, W. 1967. Nachzucht beim Schlangenkopf (Ophicephalus africanus). DATZ 20(12), 367-368.
Armbrust, W. 1971. Warum keine Schlangenkopffische? Aquarien Terrarien 18(6), 187-189.
Armbrust, W. 1971. Warum keine Schlangenkopffische? II. Aquarien Terrarien 18(7), 226-229.
Günther, Albert C. L. G. 1861. Catalogue of the Acanthopteragian Fishes in the Collection of the British Museum. Volume 3 & 4. London.

Parachanna obscura, Eier, Foto: in memoriam Bernd Bussler

Nanderbarsche – Nandidae

Auch diese Seite mit Fotos zu Nander- und Kammschuppenbarschen wird ab Januar 2021 neu eingerichtet. In Zukunft sollen auch Texte nachgereicht werden. Wir bitten um Ihre Geduld und viel Freude beim Betrachten der ersten Einträge.

Polycentrus schumburgkii, Südamerikanischer Vielstachler