Pflanzen

Cattleyen – Catteya – Guarianthe

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Orchideen auf der Fensterbank
Hier sollen einige Orchideen vorgestellt werden, die sich von der Größe wie auch von den Pflegeansprüchen her gut auf einer Fensterbank halten lassen. Aber auch eine Zimmerecke lässt sich mit einigen Orchideen schön gestalten, sofern deren Ansprüche erfüllt werden können.

Cattleya purpurata

Die Ansprüche Da wäre zunächst mal Licht. Südfenster bieten reichlich Licht, das kann aber oft zu viel sein. Viele Orchideen vertragen keine pralle Sonne. Dagegen sind Ost- oder Westfenster geeigneter. Orchideen an Nordfenstern oder in dunklen Zimmerecken erfordern meist eine zusätzliche Kunstlichtbeleuchtung (s. Artikel zum Thema Licht, s. o.). Viele Cattleyen kommen mit dem Südfenster gut zurecht – sie sind Sonnenkinder.
Weiterhin brauchen Orchideen einen bestimmten Temperaturbereich, der von Art zu Art verschieden sein kann. Ein Temperaturbereich von 17 bis 29 °C ist ein gesunder Mittelwert, der für die meisten Orchideen akzeptabel ist.
In der Natur epiphytisch, also auf Bäumen oder Steinen wachsende Orchideen können nicht in normaler Blumenerde wachsen. Deshalb besteht ihr Pflanzstoff, das Substrat, meist aus grob gemahlenen Baumrindensorten mit verschiedenen Zusätzen, die zwar feucht, aber niemals nass gehalten werden dürfen, denn die Wurzeln der Orchideen brauchen Luft. Sie sind auch sehr empfindlich gegen Düngesalze. Daher muss man sich strikt an die Vorschriften auf den Verpackungen der Orchideendünger halten.
Unsere Orchideen wachsen in der Natur meist als Epiphyten auf Bäumen, wo sie viel frische, bewegte Luft und Licht bekommen. Da sie nicht in der Erde wurzeln, nehmen sie auf diesem Wege auch ihre Nahrung in Form von Mineralstoffen aus verrotteten Pflanzenteilen und CO2 auf.
Unsere Zimmerorchideen erhalten in den Wintermonaten zu wenig Licht. Sie bilden dann lange, schwache und nicht lebensfähige Triebe aus, man sollte sie darum auf Sparflamme setzen, das heißt das Düngen einstellen.

Cattleya sincorana

Vermehrung: Phalaenopsis, die aufgrund der sagenhaften Haltbarkeit ihrer Blüten zu den beliebtesten Orchideen gehören, werden millionenfach auf der ganzen Welt gezüchtet. Diese Massenvermehrung gelang erst durch die Entdeckung der Meristemvermehrung. Dabei werden einzelne Gewebeteile durch ein kompliziertes Verfahren vermehrt. Hierbei entstehen natürlich Nachkommen mit gleichen Eigenschaften, sogenannte Klone.
Will der Züchter aber Pflanzen mit anderen Eigenschaften, beispielsweise Farbe, schaffen, so muss er die Vermehrung durch Samen anwenden, wobei er hofft, dass durch Kreuzung von zwei besonders schönen Klonen die guten Eigenschaften noch gesteigert werden können oder eine völlig neue Pflanze entsteht. Solche Vermehrungsverfahren bleiben aber durch ihren hohen Aufwand an Zeit und Technik eher dem berufsmäßigen Züchter vorbehalten. Der Liebhaber, der ein besonders schönes Exemplar vermehren möchte, hat andere Möglichkeiten. Phalaenopsis und Verwandte, beispielsweise Doritis, gehören zu den monopodialen Pflanzen, das heißt die Hauptachse wächst senkrecht nach oben und bildet gelegentlich Seitentriebe, die man abnehmen und als eigene Pflanzen weiterpflegen kann. Phalaenopsis bilden gelegentlich an den Knoten der Blütenstängel auch Austriebe, Kindel genannt, die man abnehmen kann, sobald sich ein paar längere Wurzeln zeigen. Zum besseren Bewurzeln gibt es im Gartenbau ein Hormon-Bewurzelungspulver. Phalaenopsis blühen oft monatelang. Nach der Blüte wie auch in den Wintermonaten ist ihnen aber eine Ruhezeit zu gönnen.
Beliebte Hybriden: Beliebte Orchideen werden vor allem in Gartencentern oft unter dem Namen „Cambria“ verkauft. Eigentlich ist der Name für eine bestimmte Kreuzung vergeben, aber hier handelt es sich meist um Hybriden verschiedener Gattungen und Arten. Zum Beispiel Mitonia/Mitoniopsis und Cochlioda sowie Odontoglossum (heute Oncidium) ergibt Vuylstekeara. Diese sowie die folgenden gehören zu den sympodialen Orchideen, das heißt die Hauptachse wächst waagerecht im oder auf dem Pflanzstoff und treibt in Abständen Triebe und Blüten nach oben.
Es gibt noch viele andere Hybriden in diesem Formenkreis. Da sie nahezu alle relativ kleine Bulben haben, womit sie nicht so viel Wasser speichern können, ist auch Vorsicht beim Gießen geboten – sie dürfen niemals ganz austrocknen. Sie können auch etwas kühler und schattiger gehalten werden. Solche Hybriden, welche die Gattung Oncidium enthalten, können etwas mehr Licht vertragen; sie tragen meist Trauben mit vielen kleinen, gelben Blüten.
Wie schon gesagt, werden die meisten Arten der Gattungen Vanda und Cattleya zu groß für die Fensterbank. Es gibt aber einige gut geeignete Hybriden zwischen den Gattungen Cattleya und Sophronitis (heute auch Cattleya, früher teilweise Laelia), deren sehr attraktive Blüten im Aussehen den Cattleyen sehr ähnlich sind, von der Größe her aber besser auf eine Fensterbank passen. Sie vertragen auch mehr Licht sowie Wärme und sind sehr schön blühend und dankbar.
Auch von Vanda-Verwandten gibt es kompakte Sorten. Diese stellen aber etwas höhere Ansprüche an die Pflege (s. OrchideenZauber-Heft 1–2009, S. 24 bis 29). Dies sollte eine kleine Auswahl an schönen und dankbar zu pflegenden Orchideen sein und Hinweise zur Pflege geben. Viel Glück dabei!
Jürgen Schmidt

Cattleya aclandiae (s. u.: OrchideenZauber-Heft 6-2020)
Cattleya acuensis
Cattleya alaorii
Cattleya amethystoglossa
Cattleya araguaiensis
Cattleya bicalhoi